Francesca Marciano

 

„…vielleicht passiert das mit dem Alter: dein ganzes Leben zwingst du dich, Menschen zu vergessen, die dich verletzt haben. Aber wenn du älter und schwächer wirst, tauchen die Erinnerungen an sie wieder auf, wie eine Blase im Wasser. Du musst dich ergeben, weil du zu müde bist, sie zu bekämpfen und wieder zu unterdrücken. Und vielleicht findest Du sogar heraus, dass diese Erinnerungen, anstatt den Ärger zu erneuern, eine unerwartete Süße erzeugen…“

 

(aus „Casa Rossa“)

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Adriano Celentano

Das 2000er Album ist eines seiner Besten !

LAGO ROSSO

Donna
donna
donna
sei dura come un sasso
affondo in mezzo a un lago rosso
resisterti non so non posso
ho il cuore malato davvero
in bocca mi resta l’amaro
è vero dolore

Bella
bella
bella
in ogni gesto ad ogni mossa
ad ogni bacio una scossa
sprofondo dentro i questa fossa
è febbre, bruciante calore
passione che è quasi furore
per me non è amore.

Lago rosso ma cosa fai
quel riflesso cancella ormai
l’azzurro chiaro del cielo
che mi travolge dentro un velo scuro
io più bella non ti vorrei
più geloso diventerei
e sogno un bagno di luce
e quel che cerco
è solo un po‘ di pace
che gusto c’è poi a farci male
se vinci tu, dimmi, a cosa vale?
per questa vita non pretenderemo il sole.

Donna
donna
donna
così mi fai scoppiare il cuore
con queste poche gocce d’amore
morir di sete è proprio brutto
di giorno il cielo è già nero
è un film che racconta il vero
il vero dolore…

Quo vadis Italia ?

 

Wichtiger als das, was sich heute in Berlin in puncto Groko-Entscheidung der SPD abspielt, ist in meinen Augen das Geschehen südlich der Alpen. Die viert größte Wirtschaft der EU wählt ein neues Parlament und es ist völlig offen, wie sich die politische Landschaft Italiens danach neu sortiert. Wahrscheinlich sind auch dort unsichere Mehrheiten und merkwürdige Koalitionen, wenn es denn überhaupt zu solchen kommt.

Ich fühlte mich dem Land immer sehr verbunden, durch viele Reisen und gute Freunde. Leider ist das politische System und die Wirtschaft dort auf den Hund gekommen. Immens hohe Staatsverschuldung, hohe Arbeitslosigkeit, insbesondere unter der Jugend, ausufernde Bürokratie und Korruption beuteln die italienische Bevölkerung.

Viele gut ausgebildete junge Leute sind gezwungen ihre Heimat zu verlassen, ähnlich wie in Griechenland oder Spanien. Nicht wenige von ihnen versuchen ihr Glück nördlich der Alpen zwischen München und Hamburg, Köln und Berlin. Es ist eine neue Welle der Immigration nach der großen Welle in den 60er Jahren. Diese Generation fehlt natürlich dem eigenen Land, aber die Jobaussichten sind dermaßen düster, dass eben Vielen keine andere Wahl bleibt.

Am meisten Sorgen macht mir aber die Staatsverschuldung. Sollte Italien einmal in Schieflage geraten (was im Grunde schon Fakt ist, lediglich künstlich gestützt von der EZB), so wird kein „Rettungsschirm“ der Welt diese Last auffangen können. Ein Schelm wer böses denkt, angesichts der Tatsache, dass mit Mario Draghi ausgerechnet der Mann in Frankfurt an den Hebeln sitzt, der einst tief in die große Bankenaffäre in Siena verwickelt war und seit Jahren das europäische Zinsniveau so niedrig hält, dass der Spekulation und windigen Geschäften der Banken wieder Tür und Tor geöffnet wurden, auf dem Rücken der kleinen Leute.

Es wird sehr spannend, wie sich der italienische Wähler heute entscheidet, so er denn überhaupt an die Urne geht, angesichts von Populismus und falschen Versprechungen der großen Parteien – man ahnt nichts Gutes.

Lucca

Duomo San Martino

Kathedrale San Martino                                        (foto – Steven dosRemedios)

Meine Lieblingsstadt in der nördlichen Toscana. Einzigartig erhaltener Stadtkern, der von einer geschlossenen Wallanlage umgeben ist, die heute quasi als Parklandschaft für die Naherholung der Bevölkerung dient. Unter anderen stammen die Komponisten Boccherini und Puccini aus Lucca. Die Stadt ist nicht so groß wie Florenz und nicht so überlaufen, wie Pisa oder Siena. Es empfiehlt sich trotzdem die Vor- oder Nachsaison, da es im Sommer sehr heiß werden kann. Frühherbst oder Frühjahr sind gute Zeiten, die Einheimischen sind dann entspannter und die Preise günstiger.

Piazza Anfiteatro Romano, Lucca Italy

Die große Piazza im Zentrum mit vielen Cafés                             (foto – neiljs)

The walls of Lucca

Begrünten Wallanlagen umschließen die gesamte Altstadt.   (foto – pedro)

Riomaggiore

Riomaggiore

Das Foto lief mir zufällig bei Flickr. über den Weg und erinnerte mich an eine Reise nach La Spezia und in die Toscana. Dies atemberaubend in den Fels an der ligurischen Küste gebaute Dorf,mit einem winzigen Naturhafen unten, ist wirklich spektakulär. Es gehört zu den Cinque Terre, die an der Bahnstrecke zwischen Genua und La Spezia liegen. Dort in den steilen Gassen herumzukraxeln war ein Erlebnis und der Aufstieg lohnt sich, denn oben wartet ein grandioser Blick über das Mittelmeer und die Küste.

(foto – Peter Stenzel)

Pier Paolo Pasolini

Für mich einer der, wenn nicht DER wichtigste Regisseur und Filmemacher im Italien der 60er und 70er Jahre. Ausserdem ein ernstzunehmender Essayist und Schriftsteller, der sich immer einmischte und daher auch viel mit der italienischen Justiz zu kämpfen hatte. Mein Lieblingsfilm ist immer noch der in schwarzweiß mit Laienschauspielern gedrehte „Accatone“, ein Film über Würde, Verrat, den Kampf um das Leben, die Unmöglichkeit von Liebe in den Strassen Roms – mit der grandiosen Musik von J.S.Bach, was für ein Kontrast. Später verfilmte Pasolini viele biblische oder antike Themen. Er ging aber auch immer wieder Tabus an, wie in „Salo“. Bis heute wird vermutet, dass Pasolinis Tod ein Auftragsmord war – er wurde am 2.11.75 am Strand von Ostia bei Rom erschlagen.