Quian Shopu

Die verschwommenen zarten Wolken sind in der Pinselspitze enthalten
Von  Baumkronen ist ein Plätschern der Quelle am leisesten zu hören
Ich male einen Hauch von Regen und Wind in die nebligen Berge
An meinem Fenster scheint es schon später Frühling zu sein

 

Chen Zen

 

Wolken ziehen vorbei, werfen Schatten auf Wellen,
Die gefallenen Blüten färben den kleinen Teich rot.
Ich kann das einsame Boot nicht zurückfahren sehen.
Meine Sorgen übergebe ich der Abenddämmerung…

Lu Lun

 

Von Wirbelgewalt
entführte Blüten,
zu Boden gegangen
vor dem schönsten
Mädchen, mit vom
Tanz geröteten Wangen.
Zurück, die Sonne verglüht!

Meng Hau-Jan

N A C H T L I E D

Es schweigt die Nacht in reinen Lichtes Schimmer.
Mein Leben, denk ichs, gäb mir nichts zu klagen.
Das Streben hat mich meinen Zielen nah gebracht.
Gut hab ichs, oh, was sollt ich mich noch grämen?
Denn was mich grämte, steht nicht in meiner Macht.

Bo Lo-Tian

G R Ä S E R

Lieblich leuchten und weit über ebenen Flächen die Gräser,
welken in einem Jahr und erstehen aufs neu….
Sengende Feuer im Herbst vermögen sie nicht zu zerstören:
Kommt erst der Frühlingswind, bläst er zum Leben sie an.

Shu Jun

 

Die fernen Sterne funkeln, meine Sehnsucht brennt.
Meine Träume winden sich über Berge und Pässe.
Meine verwirrte Seele fliegt durch Regen und Wind.
Was ist es, das die Heimkehr des Freundes verhindert ?

Shan Quiao

 

Blumenantlitz, Jadegesicht, ich sehe ihr so gütiges Herz im
verborgenen Hain, kostbares Floß, den Himmel durchquerend,
es gibt eine Furt im südlichen Meer – wer fährt mich hinüber ?
Während ich stickte, entstand ein Kind, dass die Göttin anbetet.

 

 

Lu Yu

DIE MÜCKEN

Die Mücken, zarteste Wesen,
Kennen die Zeit,
Weissagen den Frühlingswind,
der den Regen zerreißt.

 

Djü Bo

 

Zum Walde kehren bei Sonnenuntergang
die müden Vögel zurück…
Die schwebenden Wolken geben den Himmel frei
und kehren zurück zu den Bergen.
Doch es gibt Wanderer auf dem Wege,
fern, fern, die nichts wissen von Heimkehr.

Wu Wo

 

Sinne von Begierden gereinigt, lassen Staub verschwinden.
Nicht über grüne Himmel lachen, die ihre Färbung zeigen,
denn welcher Mensch kam nicht nackt auf diese Welt…