Chen Hengzhe

MOND

Die Mondsichel zieht leichte Wolken mit sich
Und lächelt versteckt in ihrer kühlen Mitte
Sie weiß nicht, dass sich ihr schönes Licht
Schon im klaren Wasser des Bächleins spiegelt

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Bing Xin

STERNENMEER

Wie kann ich seine verborgene Tiefe beschreiben
Der tiefste Punkt meiner Seele
Der tiefste Punkt des Universums
Der Ruhepunkt inmitten des glänzenden Lichts

Na Ye

FANTASIE

Meine schönste Liebe kommt aus der Fantasie.
Du bist nicht ich und bist auch nicht meine
sehnlichst erhoffte: quälende Leidenschaft.
Der gleiche Fluss……
Gewohnheit des Körpers?
Vielleicht der schicksalhafte Raureif
vor dem Bett eines Dichters.
Ich hebe den Kopf und denke an etwas
– Du wirst es nie erfahren!

Wang We

 

Nicht zu ermessen sind
Die Wasser bis an ihr Ende.
Wer weiß, was in des blauen
Meeres Ferne ich fände?

Bist Du in dieser fremden
Welt erst und von hier fort,
Wie fände den Weg hierher
Noch einmal von der dir ein Wort

Fu Hsûan

 

Der Donner rollte,
Und es erbebte ihr Herz.
Sie neigte ihr Ohr
Und lauschte hinaus.
Doch es war nur
Das Rollen des Wagens.

Li Schang-Yin

DIE MONDFEE

Auf den perlmuttenen Blenden
dunkeln die Schatten flackernden Lichts.
Sterne des Morgens enden,
langsam versinkend im Nichts.

Rennen mag des Mondes Fee,
dass sie raubte den göttlichen Trank:
Schwarz-blauer Himmel, smaragdne See,
einsam schweigend, die Nächte lang.

Dschang Jung

T R E N N U N G

Weißes Gewölk steigt über den Bergen gelöst,
Scharfer Wind kommt unter den Kiefern zur Ruh.

Lockt dich, zu wissen um der verlassenen Weh:
Schau von leerer Terrasse den blinkenden Mond!

Ban Djiä-Jü

 

Dort droben steht ein hohes Haus,
das ragt zu den schwebenden Wolken auf.
Ich wollt, wir wären zwei Vögel
Und flögen hinauf zu den ewigen Höhn.

Fu Hsüan

IM GEWITTER

 

Der Donner rollte
Und es erbebte ihr Herz.
Sie neigte ihr Ohr
Und lauschte hinaus –
Doch es war nicht
Das Rollen des Wagens.

Ni Renji

S T I C K E R E I

Ich hörte, in einer Nadel sei eine Seele
Die auch die Nadelspur nicht kaschieren könne
Sie liege nicht in den Fingern und nicht in den Seidenfäden
Sie liege in der anmutigen Bewegung, mit der ein Gemälde entsteht