Wang We

 

Nicht zu ermessen sind
Die Wasser bis an ihr Ende.
Wer weiß, was in des blauen
Meeres Ferne ich fände?

Bist Du in dieser fremden
Welt erst und von hier fort,
Wie fände den Weg hierher
Noch einmal von der dir ein Wort

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Fu Hsûan

 

Der Donner rollte,
Und es erbebte ihr Herz.
Sie neigte ihr Ohr
Und lauschte hinaus.
Doch es war nur
Das Rollen des Wagens.

Li Schang-Yin

DIE MONDFEE

Auf den perlmuttenen Blenden
dunkeln die Schatten flackernden Lichts.
Sterne des Morgens enden,
langsam versinkend im Nichts.

Rennen mag des Mondes Fee,
dass sie raubte den göttlichen Trank:
Schwarz-blauer Himmel, smaragdne See,
einsam schweigend, die Nächte lang.

Dschang Jung

T R E N N U N G

Weißes Gewölk steigt über den Bergen gelöst,
Scharfer Wind kommt unter den Kiefern zur Ruh.

Lockt dich, zu wissen um der verlassenen Weh:
Schau von leerer Terrasse den blinkenden Mond!

Ban Djiä-Jü

 

Dort droben steht ein hohes Haus,
das ragt zu den schwebenden Wolken auf.
Ich wollt, wir wären zwei Vögel
Und flögen hinauf zu den ewigen Höhn.

Fu Hsüan

IM GEWITTER

 

Der Donner rollte
Und es erbebte ihr Herz.
Sie neigte ihr Ohr
Und lauschte hinaus –
Doch es war nicht
Das Rollen des Wagens.

Ni Renji

S T I C K E R E I

Ich hörte, in einer Nadel sei eine Seele
Die auch die Nadelspur nicht kaschieren könne
Sie liege nicht in den Fingern und nicht in den Seidenfäden
Sie liege in der anmutigen Bewegung, mit der ein Gemälde entsteht

Yue Yuan

IN DEN BERGEN LEBEN

Aus dem dichten Wald ertönen klare Vogelstimmen
Wenn die Sonne hochsteht, ist der Duft der Blumen schwach
Neben dem einsamen Felsen steht eine kleine Hütte
Als Fenster hängt dort ein fliegender Wasserfall

Djia Dschi

 

Wir steigen beherzt ins flugleichte Boot,
zu suchen nicht Nähe noch Ferne,
nur schneeweiße Wolken im hellen Mond!

 

Du Fu

 

Das Flöckchen, das der Blüte entfliegt,
es mindert den Sommer.
Doch der Wind wirbelt tausend Teilchen auf,
wie soll man nicht trauern.

Komm, wir wollen bis zu Ende sehen,
wie das Blühen am Auge vorbeitreibt und
nicht verabscheuen der Vergängnis Vielfalt