Peter Kurzeck

Wie die Zeit rast. Schon sind fast zwei Jahren vergangen seit Peter Kurzecks plötzlichem Tod.  Der kleine Mann aus Oberhessen fehlt mir, aber zum Glück gibt es viele seiner Lesungen im Netz. Die Art von Kurzecks Vortrag ist unnachahmlich und ich liebe sie. Er zieht einen in seinen Bann. Wie ich jetzt erfuhr werden gerade Teile seines noch unveröffentlichten letzten Projekts in Marbach editiert und sollen bei Stroemfeld als Fragment verlegt werden. Das wäre ganz toll! Peter Kurzecks langjähriger Lektor und Freund kümmert sich darum. Es ist so schade, dass Peter diese Arbeit nicht mehr selbst vollenden konnte – er hatte noch so viel vor. Vor vielen Jahren schrieb Kurzeck einmal, „Erst Arno Schmidt – schon sein Tod: das hätte nicht sein dürfen. Von Rechts wegen! Und jetzt auch noch Uwe Johnson! Wie sollst du dir jetzt auch noch den ersetzen?“ Man möchte hinzufügen „und jetzt auch noch Kurzeck“. Gerade die Stimme, seine spezielle Art des Erzählens war die unnachahmliche Stärke des Mannes, der in der Nähe von Gießen aufwuchs und die letzten Jahre meist in seinem Häuschen in Frankreich arbeitete. Wir haben zwar sein Werk aber die Stimme ist leider verstummt. Es wird jetzt nichts mehr dazu kommen. Umso mehr bin ich gespannt, was der Verlag uns vielleicht bald aus dem Nachlaß bescheren wird. Kauft euch die Hörbücher – es lohnt sich!

http://www.zeit.de/kultur/literatur/2013-11/peter-kurzeck-nachruf

Für alle die mehr über Peter Kurzeck wissen möchten, stelle
ich hier noch einmal den Nachruf von Christoph Schröder ein.

Das letzte Interview http://tinyurl.com/phfrohk kurz vor seinem Tod.

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Arno Schmidt

Auch dieser ältere Beitrag (zum 100.) darf nicht in die Mülltonne wandern:

Bitte achtet darauf, dass der Großteil des Artikels erst auf Seite 2
kommt – also bitte dann weiterklicken ( leider sehr viel Werbung ).

http://www.tagesspiegel.de/kultur/arno-schmidt-zum-100-gegen-gott-und-die-deutschen/9319114.html

Der Beitrag von Diethmar Dath aus der FAZ ist auch lesenswert!

http://www.faz.net/aktuell/arno-schmidt-zum-hundertsten-ein-deutscher-notfall-12746331.html?printPagedArticle=true

Wer Arno Schmidt bisher nicht gelesen hat, ab in die Buchhandlung und seine Bücher kaufen! 😉

„Fräulein Czernatzke“ erklärt uns den Wandel in Frankfurt

Was in Berlin der Prenzlauer Berg ist, könnte in Frankfurt das Nordend sein. Natürlich hinken solche Vergleiche – aber beide Viertel, beide Städte haben sich radikal verändert in den letzten drei bis vier Jahrzehnten. Anläßlich des jährlich wiederkehrenden Events „Frankfurt liest ein Buch“, wo im vergangenen Jahr Eckhard Henscheids 1972 erschienener Roman „Die Vollidioten“ an verschiedenen Orten in der Stadt von verschiedenen Menschen öffentlich gelesen wurde, denkt die Autorin Elsemarie Maletzke im folgenden nach über den Wandel, den ein Viertel von den Siebziger Jahren bis heute gemacht hat. Dies kann exemplarisch gesehen werden für andere große deutsche Städte. E. Maletzke taucht in Henscheids Buch als Fräulein Czernatzke auf und spielt darin eine wichtige Rolle…

http://www.faz.net/frankfurter-allgemeine-zeitung/frankfurt-liest-ein-buch-eckhard-henscheids-roman-die-vollidioten-12863911.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

Ein lesenswerter Artikel, für alle die das „alte“ Frankfurt noch kennen und die 70er Jahre hier erlebt haben. Wehmütig stimmend aber auch, weil er einem vor Augen führt, was man schon alles verloren hat. Das Buch selbst, mit Illustrationen von F.K.Waechter, erscheint bei Schöffling und ist witzig geschrieben. Man muss sich aber etwas einlesen und auf den Stil des Autoren einlassen – es ist keine schnelle Lektüre.

Elfriede Jelinek

„Wenn ich im Netz veröffentliche, dann gehört der Text mir, und er bleibt mir auch. Es hat etwas sehr Privates für mich, dieser Dialog zwischen einem Gerät und mir selbst. Gleichzeitig hat jeder darauf Zugriff, der will. Diese Mischung aus Privatem und Öffentlichem hat mich von Anfang an fasziniert.“

Seit einigen Jahren veröffentlicht die österreichische Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek ihre Werke ausschließlich auf einer Homepage im Netz http://www.elfriedejelinek.com/ Sie sagt, der deutschsprachige Literaturbetrieb sei „extrem korrupt und nepotisch“. „Es ist ja immer lustig zu sehen, wer mit wem befreundet ist und wer wem einen Gefallen schuldig ist. Damit will ich jedenfalls nichts mehr zu tun haben“, meint die Autorin.

„Es ist immer eine Endfassung, die im Netz steht, und wenn etwas geändert wird, ist das auch eine Endfassung. Natürlich ist das dann weniger endgültig als eine Veröffentlichung in einem Verlag. Aber gerade das reizt mich ja daran. Das Buch ist ein Ziegelstein. Bei Neuauflagen kann man zwar Fehler korrigieren, mehr aber auch nicht.“

Ich bin ja ein großer Fan von Elfriede Jelinek, auch von den Theaterstücken. Vielen Menschen ist das alles zu sperrig – mir gefällts. Auch äußert sich die Autorin immer wieder zur aktuellen Lage in ihrem Heimatland Österreich, findet oft drastische Worte – auch das gefällt mir. Wer Zeit hat, sollte einmal auf ihren Seiten stöbern. Dort gibt es viel zu entdecken, auch kürzere Texte. Ein Muss für alle Literaturfans, politisch Interessierte und Theaterfreunde!

Ambrose Bierce

Ambrose Bierce (1842-1913/14) war der einzige bedeutende amerikanische Schriftsteller, der den Bürgerkrieg (1861-65) als aktiver Soldat von Anfang bis Ende miterlebte. Die Erlebnisse während dieser Zeit prägten seinen Charakter und seine literarischen Werke auf nachhaltige Weise. Das Thema Tod quälte und faszinierte ihn bis zu seinem eigenen mysteriösen Ende. Obwohl Bierce eine nur sehr rudimentäre Schulbildung genoß und nie ein College oder eine Universität von innen sah, war er als 30-Jähriger einer der bekanntesten Schriftsteller der Westküste und wurde dort im literarischen Leben bald so etwas wie der Kritiker-Papst, der Schriftstellerschicksale befördern oder zerstören konnte. Was von seinem umfangreichen Werk heute noch mit Gewinn gelesen werden kann, sind vor allem seine Kurzgeschichten, einige Berichte über Erlebnisse während des Bürgerkriegs. In seinen Kriegs- und Horrorgeschichten geht es so gut wie immer um einen sinnlosen, schrecklichen und jämmerlichen Tod. Am deutlichsten wird Bierces Einstellung zum Leben und zu den Menschen in seinem „Devils Dictionary“. Hier gibt er seinem grenzenlosen Pessimismus, seinem Sarkasmus und Zynismus allen Raum. In ihm zeigt sich aber auch sein Talent zum geschliffenen witzigen Aphorismus und zur gnadenlosen Entlarvung menschlicher Schwächen wie Dummheit, Heuchelei, Eigennutz, Bigotterie und Selbsttäuschung. Bierce war auch einer der ersten bedeutenden Enthüllungsjournalisten. Dies wurde ihm dann wahrscheinlich in den Wirren des mexikanischen Bürgerkriegs zum Verhängnis: Bis heute ist sein Verschwinden rätselhaft und der Todesort bzw. -zeitpunkt ungewiß.

https://www.gutenberg.org/files/972/972-h/972-h.htm

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