Asteroid 2015 TB145

Das ist er also, der Brocken, der am Samstag in einer Entfernung von 480.000 km an der Erde vorbeirauschte. Die Aufnahmen stammen vom Radarobservatorium des NASA Jet Propulsion Labratory. Sie zeigen den rund 600 Meter durchmessenden Brocken mit einer räumlichen Auflösung von bis zu 3,75 Metern pro Pixel. Deutlich sind unterschiedliche Strukturen wie Einbuchtungen und eingeschlossene Gesteinsbrocken zu erkennen.

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Die Euphrosyne Asteroiden

Diese Asteroiden sind wahrscheinlich das Produkt einer der letzten Kollisionen in unserem Sonnensystem. Weit außerhalb des regulären Asteroidengürtels haben diese Brocken ihre ungewöhnliche Bahn. Die Bruchstücke stammen von einem der größten Asteroiden, eben Euphrosyne, und wurden dort vor etwas über 700 Millionen Jahren herausgeprengt ( foto – WISE – durch zweimaliges klicken aufpoppen! ).

2015 TB145 kommt zu Besuch

Am 31. Oktober bekommen wir „Besuch“ von einem Asteroiden. Nun ja, etwas Abstand hält er dann doch noch – und das ist auch gut so. Etwa 130.000 km weiter, als der Mond von uns entfernt ist, wird 2015 TB145 vorbeistreichen. Der Einschlag eines solchen Teils hätte schon einige Folgen für die Erde, denn der Brocken hat immerhin einen Durchmesser von um die 400 m. Aber keine Angst, es wird nichts passieren. 😉 Die Astronomen freuen sich aber, den Besucher mit ihren Geräten aus der Nähe betrachten zu können. Entdeckt wurde 2015 TB145 erst am 10. Oktober von Hawaii aus. Am Jet Propulsion Laboratory der NASA wird geplant, umfangreiche Radarbeobachtungen mit  dem Asteroiden anzustellen, wodurch erstmals bisher unerreicht detaillierte Radarbilder mit einer Auflösung von unter zwei Metern generiert werden sollen…

Radarobservation eines Asteroiden

Dieses Teil kam letztes Jahr bei uns zu Besuch – gut, es waren noch vier Monddistanzen, aber was ist das, gemessen an den Entfernungen in unserem Sonnensystem oder dem Universum? Dieser Brocken hätte uns auf der Erde schon in Schwierigkeiten gebracht…

Die Aufnahmen entstanden am 8. Juni 2014 mittels Radioteleskop:
Entfernung des Objekts zur Erde minimal 1.390.000 km, Länge ca. 370m.

Die Radioantenne des Deep Space Networks im kalifornischen Goldstone sandte ein Radiosignal in den Himmel, dessen Reflexion am Asteroiden vom Arecibo-Radioteleskop in Puerto Rico wieder aufgefangen wurde. Die Beobachtungen wurden dabei über einen Zeitraum von viereinhalb Stunden durchgeführt und begannen kurz nach der dichtesten Annäherung des Asteroiden an die Erde. Die besten Bilder zeigen noch Strukturen bis zu einer Größe von 3,75 Metern. Mehr ist beim derzeitigen Stand der Technik mit den aktuellen Radarverfahren nicht zu erreichen.

Asteroidenjagd

Die NASA plant für das Jahr 2019 einen kleineren Asteroiden einzufangen. Dies soll unter anderem zur Vorbereitung einer längeren Marsmission dienen. Die Einfangsonde soll in einen Orbit um den Erdmond einschwenken, wo der Asteroid bzw. größere Felsbrocken dann von Astronauten untersucht und auch Proben genommen werden könnten. Die bei diesem heiklen Manöver gewonnenen Erfahrungen dürften auch weitere wichtige Erkenntnisse über Asteroiden liefern, die die Erde in der Zukunft bedrohen.

Parallel zu der im Moment laufenden Machbarkeitsstudie, sucht die NASA intensiv nach einem geeigneten Asteroiden für die Mission. Für die Einfangvariante wurden bislang neun Asteroiden identifiziert, die sowohl die richtige Größe als auch den richtigen Orbit haben könnten. Ein Kandidat ist Asteroid 2011 MD, der mit einem Durchmesser von rund sechs Metern und einer überraschend geringen Dichte (sie entspricht etwa der von Wasser), wahrscheinlich ein Schutt- bzw. Eishaufen ist. Die Suche nach Asteroiden wird auch in den kommenden Jahren fortgesetzt: 2016 wird mit 2008 HU4 ein weiterer potentieller Kandidat der Erde so nahe kommen, dass eventuell detailliertere Beobachtungen möglich sein könnten.

Das hört sich alles sehr spannend an, scheint mir aber in vielen Teilen noch Zukunftsmusik zu sein. Auch erscheint mir der Zeitrahmen sehr knapp kalkuliert. Fraglich dürfte sein, ob das Parlament genug Geld für diese aufwändigen Forschungen bereitstellen wird. Wie wir wissen, sind sowohl die NASA, als auch der amerikanische Staat notorisch klamm – aber lassen wir die Wissenschaftler erstmal weiter träumen… 😉

Ein besonderer Asteroid

Nicht nur Gasriesen, sondern auch kleine Asteroiden können über Ringe verfügen. Zumindest der Asteroid mit der Bezeichnung 10199 Chariklo hat gleich zwei nur wenige Kilometer breite Ringe aus Wassereis. Chariklo gehört zur Asteroidengruppe der Zentauren, die sich zwischen dem Kuipergürtel und dem Asteroidengürtel hin- und herbewegen. Chariklo ist dabei mit einem Durchmesser von rund 250 Kilometern das größte Mitglied dieser Gruppe und hält sich im Bereich zwischen Saturn- und Uranusbahn auf. Vorletztes Jahr zog Chariklo genau vor einem Stern im Skorpion entlang und schattete dabei dessen Licht für ein paar Sekunden ab. Astronomen auf der Europäischen Südsternwarte La Silla in Chile gelang dabei der Nachweis der Ringe, als sie unmittelbar vor und nach der vorausberechneten Abschattung jeweils zwei weitere kurze Lichteinbrüche registrierten. Aus den Daten konnten man auf die Existenz der schmalen Eisringe schließen, die nur durch eine neun Kilometer breite Lücke getrennt sind.