Eine Spur Nordlicht

Just a little stripe of Northern Lights last night. #bearskinlodge #gunflinttrail

Im nördlichen Minnesota an der Grenze zu Canada konnte man letzte
Nacht dies Nordlicht am Horizont beobachten – der Sternenhimmel
war zudem atemberaubend klar!

(foto – Bearskin Lodge)

Sterile Neutrinos und die „dunkle Materie“

Aus dem Inneren einer riesigen Ansammlung von Galaxien mit dem Namen Perseushaufen quillt ein Überschuss an Röntgenstrahlung einer bestimmten Wellenlänge. Nach Ansicht von Astrophysikern gibt es eine kleine Chance, dass diese Strahlung auf neuartige Teilchen hinweist, welche die Dunkle Materie des Universums bilden. Die Experten halten es für möglich, dass die sogenannten sterilen Neutrinos an der Entstehung dieser Röntgensignale beteiligt sind. Die neuen Erkenntnisse erbrachte jetzt eine auf Röntgenstrahlen spezialisierte Weltraumsonde der NASA. Während schon normale Neutrinos kaum je mit anderer Materie in Kontakt treten, wären sterile Neutrinos, wenn sie denn existieren, die radikalsten unter allen Bausteinen des Kosmos und mit irdischen Detektoren eigentlich nicht nachweisbar. Doch könnten diese sterilen Neutrinos in andere Teile zerfallen sein und jene Röntgenquanten aussenden, die jetzt gemessen wurden. Astronomen haben die mysteriöse Röntgenstrahlung aus der zweihundertvierzig Millionen Lichtjahre entfernten Galaxienanammlung sowohl mit dem Nasa-Röntgensatelliten Chandra als auch mit dem europäischen Pendant XMM-Newton gemessen. Es werden noch weitere Untersuchungen nötig sein, um diese neue Theorie zu untermauern….

http://www.nasa.gov/sites/default/files/styles/946xvariable_height/public/perseus_1.jpg?itok=p7-TwnNF   Röntgenaufnahme der NASA

Large Hadron Collider

Nach einer über zweijährigen Umbau- und Wartungsphase hat der größte Teilchenbeschleuniger und Speicherring der Welt seinen eigentlichen Betrieb wiederaufgenommen. Es werden jetzt  wieder zwei entgegengesetzt umlaufende Protonenstrahlen im LHC zur Kollision gebracht – dies  bei einem neuen Energierekord von 13 Teraelektronenvolt! Ein Teraelektronenvolt entspricht zwar nur der Bewegungsenergie einer fliegenden Mücke, die Energie im LHC konzentriert sich jedoch auf eine Fläche, die lediglich ein Billionstel der Größe einer Mücke hat. Bei den dabei enstehenden Teilchenkollisionen simuliert man für einen kurzen Augenblick Bedingungen, wie sie Billionstel Sekunden nach dem Urknall vor 13,7 Milliarden Jahren geherrscht haben sollen. Mit der jetzt aufgerüsteten Maschine und den generalüberholten vier Detektoren Atlas, CMS, LHCb und Alice erwarten die Forscher neue Erkenntnisse über das vor drei Jahren nachgewiesene Higgs-Teilchen. Darüber hinaus hofft man, ganz neue Teilchen und unbekannte physikalische Phänomene aufzudecken. Denn es sind immer noch viele Fragen offen – so ist z.B. unklar, warum es im Universum Materie gibt, aber keine Antimaterie, obwohl doch beides ursprünglich zu gleichen Teilen aus dem Urknall hervorgegangen sein soll. Warum gibt es die vier Naturkräfte und woraus besteht die dunkle Materie nun eigentlich, die zwar den überwiegenden Teil des Kosmos ausmacht, aber selbst mit den leistungsfähigsten Teleskopen nicht gesehen werden kann? Der LHC war erst am 5. April dieses Jahres nach einer fast zweijährigen Pause in die neue Testphase getreten. Während anfangs noch vergleichsweise wenige Teilchenpakete mit je etwa 100 Milliarden Protonen im LHC unterwegs waren, soll die Anzahl in den kommenden Monaten auf 2800 Pakete pro Teilchenstrahl ansteigen. Dabei werden dann bis zu eine Milliarde Kollisionen pro Sekunde erzeugt. Die neue Energie von 13 TeV bedeutet fast eine Verdopplung der alten Kapazität. Dadurch werden die Wissenschaftler in die Lage versetzt, das Higgs-Boson viel besser zu vermessen. Es wäre aber auch durchaus möglich, völlig neue Teilchen zu entdecken. Die Auswertung der enormen Menge an Daten wird allerdings dann mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Also warten wir mal ab, wie es weiter geht und ob es nicht zu neuen Störungen kommt, was auch nie völlig auszuschließen ist.