Roland Barthes

 

Die meiste Zeit reden die Menschen, ohne zu wissen, dass die Sprache existiert, wir reden ohne zu wissen, dass wir reden. Wir wissen nur, dass wir Gedanken und Gefühle übermitteln. Aber wir reden, ohne das Geringste über unsere eigenen Worte zu wissen…

 

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Erica Jong

 

Ein Ratschlag ist etwas,
wonach wir fragen, wenn
wir die Antwort bereits wissen,
aber wünschen, wir wüssten sie nicht.

Quo vadis Italia ?

 

Wichtiger als das, was sich heute in Berlin in puncto Groko-Entscheidung der SPD abspielt, ist in meinen Augen das Geschehen südlich der Alpen. Die viert größte Wirtschaft der EU wählt ein neues Parlament und es ist völlig offen, wie sich die politische Landschaft Italiens danach neu sortiert. Wahrscheinlich sind auch dort unsichere Mehrheiten und merkwürdige Koalitionen, wenn es denn überhaupt zu solchen kommt.

Ich fühlte mich dem Land immer sehr verbunden, durch viele Reisen und gute Freunde. Leider ist das politische System und die Wirtschaft dort auf den Hund gekommen. Immens hohe Staatsverschuldung, hohe Arbeitslosigkeit, insbesondere unter der Jugend, ausufernde Bürokratie und Korruption beuteln die italienische Bevölkerung.

Viele gut ausgebildete junge Leute sind gezwungen ihre Heimat zu verlassen, ähnlich wie in Griechenland oder Spanien. Nicht wenige von ihnen versuchen ihr Glück nördlich der Alpen zwischen München und Hamburg, Köln und Berlin. Es ist eine neue Welle der Immigration nach der großen Welle in den 60er Jahren. Diese Generation fehlt natürlich dem eigenen Land, aber die Jobaussichten sind dermaßen düster, dass eben Vielen keine andere Wahl bleibt.

Am meisten Sorgen macht mir aber die Staatsverschuldung. Sollte Italien einmal in Schieflage geraten (was im Grunde schon Fakt ist, lediglich künstlich gestützt von der EZB), so wird kein „Rettungsschirm“ der Welt diese Last auffangen können. Ein Schelm wer böses denkt, angesichts der Tatsache, dass mit Mario Draghi ausgerechnet der Mann in Frankfurt an den Hebeln sitzt, der einst tief in die große Bankenaffäre in Siena verwickelt war und seit Jahren das europäische Zinsniveau so niedrig hält, dass der Spekulation und windigen Geschäften der Banken wieder Tür und Tor geöffnet wurden, auf dem Rücken der kleinen Leute.

Es wird sehr spannend, wie sich der italienische Wähler heute entscheidet, so er denn überhaupt an die Urne geht, angesichts von Populismus und falschen Versprechungen der großen Parteien – man ahnt nichts Gutes.

Ein Winter-Intermezzo

 

Wenn man durch die Medien blättert, zappt oder scrollt meint man, es gäbe nur noch ein Thema – den Dauerfrost, diese „fürchterliche“ Kältewelle. Darf ich mal lachen – da kann ich mich an ganz andere Winter erinnern. Das bissel Frost bringt doch keinen um, vorausgesetzt ich laufe nicht im T-Shirt oder leichten Sakko in der Stadt rum, oder im kurzen Röckchen, wie ich heute wieder beobachten konnte.

Ich kann mich erinnern, dass wir von November bis Februar durchgehend Schnee hatten und die Autofahrer, meist noch mit Heckantrieb, kamen damit klar. Man wusste auch noch, wie man sich anziehen musste, um nicht zu frieren. Heute haben alle super SUVs und Allradantrieb und rutschen damit in den Graben, ich lach mich schepp.

Weil es eben keinen Winter mehr gibt, wird ein kurzer Kälteeinbruch zum Hype hochgejazzt und alle machen mit. Kinder, das war früher normal, drei Monate lang und nicht drei Tage. Und nun kommt mal wieder runter und freut euch über das schöne, sonnige, trockene Wetter (wenn ihr nicht gerade in Ostholstein wohnt).  😛  😀 😉  Und nächste Woche wird dann wieder gemeckert, dass es so grau ist…

Herbert Marcuse

 

Die freie Wahl der Herren schafft weder die Herren noch die Sklaven ab. Die Welt tendiert zudem dazu, zum Stoff totaler Verwaltung zu werden, die sogar ihre eigenen Verwalter verschlingt…  (Der eindimensionale Mensch)

Dalai Lama

 

Anderen durch unsere Worte und Taten zu helfen, ist sinnvoll:  es sollte eine Haltung des Mitfreuens für die Errungenschaften und das Glück der Anderen kultivieret werden. Diese Haltung ist ein wirksames Gegenmittel gegen den allgegenw#rtigen Neid, der nicht nur eine Quelle des unnötigen Leidens auf der individuellen Ebene ist, sondern auch eine erhebliche Barriere im  innergesellschaftlichen Dialog darstellt.

( wie wahr – leider bestimmen Neid und Gier unsere Gesellschaft immer mehr )

 

Henriette Reker

„KÖLLE ALAAF“ !!!

„Der Karneval ist in den letzten Jahren zu etwas geworden, das eher einem allgemeinen Besäufnis entspricht, als dem, was einmal unsere „Karnevals-Kultur“ ausmachte. Ich will den Kölnern natürlich nicht vorschreiben, wie sie Karneval zu feiern haben, aber das, was wir heute sehen, hat teilweise nichts mehr mit Karneval zu tun. Dreck, Schlägereien, Schnapsleichen und Wildpinkler beherrschen die Szenerie – man sollte sich Gedanken machen“.

Bravo – endlich spricht es jemand aus! Als ich noch in Köln wohnte, hab ich immer spätestens vor Altweiber-Karneval fluchtartig die Stadt für einige Tage verlassen – denn das hält keiner nüchtern aus. Es musste also erst eine Frau Oberbügermeisterin in der jecken Stadt am Rhein werden, bevor mal Tacheles geredet wird. Nun soll es einen „runden Tisch“ zum Thema geben – ich bezweifele allerdings, dass dies viel bringen wird. Das wäre so, als wenn man in München das Oktoberfest in Frage stellen würde. Der exzessive Alkoholkonsum gehört ja in dieser Gesellschaft von Bayern bis hoch zur dänischen Grenze eh zum guten Ton. Wer das in Frage stellt, gilt immer noch als Spaßbremse, wenn nicht gar als Querulant…  🙄

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Wo er liegt, ist es wenigstens ruhig… 😉                               (foto – bilderheld)

PIOTR M. A. CYWIŃSKI

WAS IST MIT UNS PASSIERT ?

„…Heute sehen wir, wie sehr die Anstrengungen der Vergangenheitsbewältigung, so richtig und nötig sie auch gewesen sein mögen, die Probe der Zeit nicht bestanden haben. Wir sind nicht in der Lage, wirksam auf die Neuauflagen des Völker mordenden Wahnsinns zu reagieren. Humanitäre Katastrophen, Hunger und Tod, hervorgerufen etwa von den unendlichen Auseinandersetzungen verschiedener Milizen in Zentralafrika, gehören nicht zu den Prioritäten unserer Regierungen. Waffenhandel und die Ausbeutung nahezu kostenloser Arbeitskräfte treiben die ärmsten Weltgegenden in den Untergang. Die Vereinten Nationen geben keinerlei Hoffnung mehr. Die Europäische Union krankt an ihrer inneren Gleichgültigkeit. Unsere Demokratien leiden an zunehmendem Populismus, nationalem Egoismus, neuen Formen der extremen Hassrede. Die Remilitarisierung der zwischenmenschlichen Beziehungen schändet unsere Straßen und Plätze. Haben wir uns innerhalb zweier, dreier Generationen so verändert? …“

EIN WECKRUF DES LEITERS DER GEDENKSTÄTTE AUSCHWITZ-BIRKENAU

http://www.faz.net/aktuell/politik/auschwitz-befreiung-was-ist-mit-uns-passiert-15416733.html?printPagedArticle=true#pageIndex_0

Hier könnt ihr den ganzen Essay nachlesen – hat der Mann nicht Recht?!