Bertha von Suttner

 

Von hundert gebildeten und feinfühlenden Menschen würden schon heute wahrscheinlich neunzig nie mehr Fleisch essen, wenn sie selber das Tier erschlagen oder erstechen müssten, das sie verzehren.

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Yehuda Shaul

 

„Diese Runde der Gewalt ist ein Schlag ins Gesicht für alle diejenigen, die geglaubt haben, am Status Quo könne man einfach festhalten und man brauche nicht zu verhandeln. Dass die Besatzung fortgesetzt werden kann, und wir sie nicht beenden müssen. Dass der Konflikt einfach so weitergeht, ohne dass wir alles dafür unternehmen müssen, damit dies endet. Wir dürfen das große Ganze nicht aus dem Blick verlieren: das Ende der Besatzung und einen Friedensvertrag!“

(Israel hat dieses Wochenende wieder dutzende palästinensische Demonstranten an der Grenze ermordet und Hunderte verletzt – mit Panzern gegen steinewerfende Jugendliche, eine Schande! Yehuda Shaul ist einer der Gründer der Bewegung „Breaking the Silence“, die innerhalb Israels gegen die unmenschliche Besatzung kämpft.)

Im israelischen Sumpf

 

Unser neuer Außenminister ist zu Gast bei der angeschlagenen Regierung in Israel und sprach in diesem Zusammenhang vom „großen Geschenk“, welches die Deutsch-Israelische Freundschaft sei. Davon haben wir in letzter Zeit nicht viel bemerkt. Ich hoffe, Maas wird deutlich auf die völkerrechtswidrige Tätigkeit der Siedler im Westjordanland hinweisen? Ein Besuch in Palästina ist ja immerhin geplant. Im Grunde ist es eine Schande, sich mit dem Regierungschef in Jerusalem zur Zeit überhaupt blicken zu lassen, wird doch in nicht weniger als vier Fällen gegen Netanjahu ermittelt – unter anderem wegen Bestechlichkeit, Vorteilsnahme, Eingriff in die Pressefreiheit etc.pp. Peinlich so ein Besuch, besonders im Hinblick auf die deutschen U-Boote und Fregatten (ich berichtete darüber).

Selbst im eigene Lager werden die Stimmen immer lauter, Netanjahu möge doch endlich zurücktreten – der Mann klebt an seinem Amt. Die 6-Parteien Koalition ist ohnehin heillos zerstritten, nur noch eine Frage der Zeit, wann es wieder zu Neuwahlen in Israel kommt. Leider wird derweil die schändliche Politik gegenüber Ramallah ungerührt fortgeführt, unter gnädigem Schutz des neuen Patrons Trump in den USA, der nun sogar die US-Botschaft nach Jerusalem verlegen lassen will (was ein klarer Verstoß gegen das Völkerrecht wäre, denn Jerusalem gehört nach den Grenzen von 1967 zu Palästina). Aber zur Zeit macht dort unten ohnehin jeder, was er will – was regen wir uns also noch auf…?

Ökonomie ?

 

Eine Zahl mit zwölf Nullen: Zehn Jahre nach der großen Finanzkrise sind die Schulden von Staaten und Privaten auf neue Höchststände geklettert – aber keinen scheint dies zu jucken. Gleichzeitig liegen ja die toxischen Papiere von 2008 immer noch in den Safes der Banken, komplettiert durch neue absurde Geschäftsmodelle, die sich in den letzten Jahren dazu addiert haben. Man braucht kein Prophet zu sein, um die nächste katastrophale Krise vorauszusagen.

Die Frage ist dabei nicht, ob sie kommt, sondern höchstens wann – und ich sage, sehr bald ! Zumal jetzt schon wieder allerorten die wenigen Bremsen abgebaut werden, die zumindest etwas regulierend in das Dickicht der Spekulation einzugreifen versuchten.

Eins verspreche ich euch, beim nächsten Mal gibt es keine Rettung mehr: der Domino-Effekt ist dann so groß, dass wir eine echte Weltwirtschafts-Krise bekommen. Die europäische Zentralbank wird keinen Spielraum mehr haben, denn die Zinsen sind ja bereits auf Null gesetzt und die schleichende Inflation läuft schon, auch wenn Draghi uns etwas anderes weiß machen will…denkt an meine Worte.

Nelson Mandela

 

Niemand wird geboren, um einen anderen Menschen zu hassen !
Menschen müssen erst hassen lernen und wenn sie Hass lernen,
dann kann man Ihnen auch beibringen zu lieben, denn Liebe ist
unserem menschlichen Herz viel natürlicher als das Gegenteil…

Heinrich Mann

 

Wer die Macht übt, ist ihr Knecht nicht weniger,
als wer sie duldet. Der Tyrann leidet unter der
Menschheit wie sie unter ihm…

 

(oh ja – schau in die gequälten Augen der Erdogans und Trumps – ihre Paranoia manifestiert sich in manischem Aktionismus und immer neuen idiotischen Anordnungen und Gesetzen)

Philip Roth

 

„Präsident Trump ist ein großer Betrüger,
die üble Summe all seiner Unzulänglichkeiten,
frei von allem, außer der leeren Ideologie eines
Größenwahnsinnigen…“

 

(aus seinem letzten Interview mit der „New York Times“)

BESSER HÄTTE MAN ES WOHL NICHT AUSDRÜCKEN KÖNNEN !!!

Quo vadis Italia ?

 

Wichtiger als das, was sich heute in Berlin in puncto Groko-Entscheidung der SPD abspielt, ist in meinen Augen das Geschehen südlich der Alpen. Die viert größte Wirtschaft der EU wählt ein neues Parlament und es ist völlig offen, wie sich die politische Landschaft Italiens danach neu sortiert. Wahrscheinlich sind auch dort unsichere Mehrheiten und merkwürdige Koalitionen, wenn es denn überhaupt zu solchen kommt.

Ich fühlte mich dem Land immer sehr verbunden, durch viele Reisen und gute Freunde. Leider ist das politische System und die Wirtschaft dort auf den Hund gekommen. Immens hohe Staatsverschuldung, hohe Arbeitslosigkeit, insbesondere unter der Jugend, ausufernde Bürokratie und Korruption beuteln die italienische Bevölkerung.

Viele gut ausgebildete junge Leute sind gezwungen ihre Heimat zu verlassen, ähnlich wie in Griechenland oder Spanien. Nicht wenige von ihnen versuchen ihr Glück nördlich der Alpen zwischen München und Hamburg, Köln und Berlin. Es ist eine neue Welle der Immigration nach der großen Welle in den 60er Jahren. Diese Generation fehlt natürlich dem eigenen Land, aber die Jobaussichten sind dermaßen düster, dass eben Vielen keine andere Wahl bleibt.

Am meisten Sorgen macht mir aber die Staatsverschuldung. Sollte Italien einmal in Schieflage geraten (was im Grunde schon Fakt ist, lediglich künstlich gestützt von der EZB), so wird kein „Rettungsschirm“ der Welt diese Last auffangen können. Ein Schelm wer böses denkt, angesichts der Tatsache, dass mit Mario Draghi ausgerechnet der Mann in Frankfurt an den Hebeln sitzt, der einst tief in die große Bankenaffäre in Siena verwickelt war und seit Jahren das europäische Zinsniveau so niedrig hält, dass der Spekulation und windigen Geschäften der Banken wieder Tür und Tor geöffnet wurden, auf dem Rücken der kleinen Leute.

Es wird sehr spannend, wie sich der italienische Wähler heute entscheidet, so er denn überhaupt an die Urne geht, angesichts von Populismus und falschen Versprechungen der großen Parteien – man ahnt nichts Gutes.

„Sicherer Drittstaat“ ???

 

In Kabul zündet heute Morgen ein Attentäter seinen Sprengstoffgürtel vor dem Gebäude des afghanischen Geheimdienstes. Er reißt dabei zwei Menschen mit in den Tod. In der Provinz Farah greifen Taliban in der Nacht eine Armeebasis an. Sie töten 25 Soldaten. In der Provinz Helmand werden am Morgen zwei Anschläge mit Autobomben verübt. Allein bei diesen vier Anschlägen sterben an einem Tag über 30 Menschen und Dutzende werden verletzt. Auch die Haupstadt Kabul ist keinesfalls „sicher“, wie immer wieder behauptet wird

Wir schieben aber in dieses Land ab und behaupten es sei „sicher“. Frau Merkel und unser Innenminister beten jede Woche die Litanei des „sicheren Drittstaates“. Dies ist ein Hohn und im hohen Maße zynisch. Gerade letzte Woche wurden wieder 14 Afghanen gegen ihren Willen und trotz Protesten aus der Bevölkerung abgeschoben. Damit muss Schluss sein! Abschiebungen nach Afghanistan sind menschenverachtend und spotten in jedem Punkt unserem geltenden Asylrecht, dass allerdings systematisch immer weiter ausgehöhlt wird…

Die Weiße Rose

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„ganz leben, oder gar nicht“… war das Lebensmotto von Hans Scholl

Heute vor 75 Jahren wurden Hans und Sophie Scholl hingerichtet. Sie und ihre Mitstreiter der Weißen Rose sind unvergessen – wenigstens einige Menschen hatten in dieser Zeit Anstand und Mut, waren nicht gewillt, die Barbarei der Nazis duckmäuserisch mit anzusehen. Dafür gebührt ihnen bis heute größte Anerkennung! Sie zahlten einen sehr hohen Preis…

Sophie Scholl, fot. AFP

Wer tiefer in die Materie einsteigen möchte, sollte diesen Film ansehen: