Weisheit

 

Was Du sagst, sollte besser sein als dein Schweigen.

Wenn nicht, sag nichts…

 

(chinesisches Sprichwort)

 

Buddha

Buddha

Ich denke manchmal, wenn die ganze Menschheit aus Buddhisten
bestehen würde, wäre die Welt friedlicher. Ich hänge keiner Religion
an, aber wenn ich eine wählen müsste, dann wäre es wohl diese…

(foto – xin beitou)

P A R A D O X O N

Sol

Was für ein Wunder eigentlich, dass wir uns genau in dieser Entfernung zur Sonne befinden , nicht näher und nicht weiter, dass es Wasser auf unserem Planeten gibt, dass wir einen Mond haben, der die Erdachse stabilisiert, dass wir ein Magnetfeld haben, welches uns vor schädlicher Strahlung aus dem All schützt – und was tun wir? Wir zerstören täglich und mit atemberaubender Geschwindigkeit dies Wunder im Weltall, führen Kriege, reißen die Erde auf, vergiften Flüsse und Meere, holzen die letzten Primärwälder ab und machen uns und den anderen Geschöpfen auf diesem kleinen Planeten das Leben zur Hölle – ist das nicht Irsinn?

Rolf Dieter Brinkmann

 

„er unter ihnen ging bald so wie Jesus
Christus, dachten wir, und uns tat der
leid, denn wir dachten, wie traurig es
sein muß, von so vielen geliebt zu
werden“…

Sehnsucht

SeafordBoat

(foto – michael podger)

Wenn ich solche Fotos sehe, kommt mein Heimweh zur Küste hervor. Genau diese Stimmung am Spätnachmittag, wenn die Sonne schon tief steht und gleich in den Wolken versinkt, bevor sie den Horizont erreicht. Von der Mole im Hintergrund, mit dem kleinen Leuchtturm, könnte man jetzt schön das Auslaufen des Schiffes beobachten. Der Geruch von Salz und Tang, Möwen in der Luft, das Rauschen der Brandung, das Glitzern der Sonne auf der Wasserfläche, die Weite, die wir hier im Inland nicht haben. Entweder Berge oder Hochhäuser versperren einem immer den Blick.

Vielleicht bin ich deshalb so gern unten am Fluss, am Südufer, wo ich die Sonne nachmittags genauso im Wasser sehen kann – nur ohne Brandung, ohne die Weite, ohne das Salz. Aber Süßwasser hat seinen eigenen Reiz. Die Möwen hier sind kleiner und auch die Fische. Die Frachtschiffe ziehen gemächliche ihre Bahn, wobei man jedesmal den Atem anhält, wenn sie unter den engen Brückenbögen durchschleichen, besonders bei den großen Schubverbänden mit bis zu 200m Länge. Man kann am Fluss liegen und in die Sonne blinzeln, Wassersplätschern gibt es hier auch, nur alles leiser, als am Meer. Und mir fehlt oft der Wind – hier kann es im Sommer sehr drückend werden. Trotzdem ist der Fluss mein Lieblingsplatz in der Stadt – ähnlich gern bin ich nur noch im botanischen Garten, oder natürlich oben im Taunus. Von wo aus die große Stadt plötzlich wie eine Spielzeuglandschaft aussieht mit ihren Türmen, Wohnquartieren und Fabriken in einer doch beachtlichen Ost-West-Ausdehnung. Es wird nicht mehr lange dauern, dann ist diese urbane Landschaft zwischen Wiesbaden und Hanau eine einzige Megastadt, das kann man von hier oben schon jetzt klar erkennen. Wie wohl Goethes Frankfurt von hier aussah – wahrscheinlich, wie eine bessere Kleinstadt nach den heutigen Maßstäben. Wie schön muss eine Welt gewesen sein ohne die ganzen Autos, Züge und Flugzeuge. Wie still war es damals hier oben und auch noch da unten.

Am Meer dagegen kann man immer noch von der Unendlichkeit Träumen, wenn das kleine Schiff irgendwann hinter dem Horizont verschwunden ist. Die Wellen hören nie auf und egal, was die Menschen noch anstellen werden: die Küste wird auch in Millionen von Jahren noch da sein, irgendwo wird sie sein, während die Reste der Stadt längst im Vergessen der Ewigkeit versunken sind. Ein tröstlicher Gedanke, wie ich finde… 🙂

FFM - Skyline

(foto – Carsten Frenzel)

Blick vom Südufer des Mains auf die City. Wenn die Sonne verschwunden ist, sorgen die Hochhäuser für Spiegelungen. Hinter mir befinden sich die schönsten Museen der Stadt, aufgereiht wie auf einer Perlenkette, alle mit Blick auf den Fluss. An lauen Sommerabenden kommt eine kühle Brise vom Wasser und Du sitzt vielleicht an Deck des Restaurant-Schiffes unterhalb des Eisernen Steges. Hier lässt es sich auch in schwülen Nächten aushalten, wenn drüben in den Hochhausschluchten locker 10°C mehr gemessen werden. Dann schließe ich die Augen und träume für eine Sekunde vom Meer, dass, wenn ich eines der Schiffe besteigen würde, doch noch über 500 km entfernt wäre…     🙂

Rhein-Main covered

(foto – eLKayPics/Lutz Koch)

Das Nebelmeer  – so sieht es aus, wenn Frankfurt im Winter unter Hochnebel verschwindet. Blick vom Großen- auf den Kleinen Feldberg, die tiefstehende Sonne beleuchtet die Szenerie von Südwesten (rechts). Der Nebel deckt die Frevel des Menschen unten im Tal gnädig zu. So ähnlich könnten es auch schon Römer und Germanen gesehen haben. Der Taunus bildete hier die Grenze zwischen römischem Reich (im Süden) und germanischen Gebieten. Am Rande dieses Mittelgebirges liegt eines der größten Römer-Kastelle, die sogenannte „Saalburg“, deren Mannschaft damals zur Sicherung des Limes gebraucht wurde. Nördlich vom Taunus, im Rücken des Fotografen, lebten die „Barbaren“. Aber das alles ist ja, wie wir wissen, sowieso nur eine Sekunde in der Erdgeschichte und nicht mal eine Millisekunde im kosmischen Reigen ….     😉    Wer interessiert sich denn in den galaktischen Weiten schon für das Sandkorn Erde?

Fragezeichen des Lebens

#emergencystop

Angenommen dies wäre die Schalttafel ihres Lebens – würden Sie Notstop drücken und noch einmal neu programmieren – oder alles so weiter laufen lassen wie bisher?        Zufrieden mit dem Leben?         (foto – Paul Corson)