Kinder des Sternenstaubs

Die wichtigsten Bausteine des Lebens, wie Wasserstoff, Sauerstoff oder Kohlenstoff sind so stabil, dass sie nach ihrer Entstehung im Urknall (Wasserstoff) oder im Fusionsprozess eines Sterns (schwerere Elemente) den Lebenszyklus von Sternen unbeschädigt überdauern. Millionen oder gar Milliarden Jahre wabern sie dann als Staub durch das Universum, bis sie sich erneut mit anderen Atomen zusammenballen, verklumpen und einen neuen Stern samt Planeten hervorbringen. Im Schnitt hat jedes Atom auf der Erde, somit auch jedes Atom des menschlichen Körpers, bereits vier solche Zyklen hinter sich. Wir Menschen bestehen also im Prinzip aus nichts anderem, als aus Sternenstaub. Rund die Hälfte all des irdischen Baumaterials  hat extrem weite Strecken im All zurückgelegt.

Viele Atomkerne stammen nicht aus unserer Milchstraße, sondern von weiter entfernten Sternhaufen.  Eine große Galaxie bezieht demnach die Hälfte ihrer gesamten Masse aus Sternansammlungen, die bis zu eine Million Lichtjahre entfernt sind. Zum Vergleich: Der Durchmesser unserer Milchstraße beträgt gut 100 000 Lichtjahre. Die importierte Masse stammt von sterbenden Sternen, die ihre Überreste als explodierende Supernovae ins All spucken. Die beschleunigten Staubmassen werden dabei mit größerer Wucht als bisher bekannt durch die scheinbar leeren Räume zwischen den Galaxien geweht. Die Zyklen dieser Masseverschiebungen können allerdings mehrere Milliarden Jahre dauern.

Advertisements

Die Geißel Glyphosat

Kalifornien hat jetzt höchst offiziell Glyphosat auf die Liste der kanzerogenen Substanzen gestellt, während die EU gerade erst den Gebrauch des umstrittenen Planzenvernichtungsmittels, gegen erbitterten Widerstand der Umweltverbände und vieler prominenter Wissenschaftler, für weitere acht Jahre genehmigt hat. Man könnte die Krätze kriegen. Kalifornien ist immerhin die siebtgrößte Wirtschaftsmacht der Welt – dies ist ein schwerer Schlag für Monsanto und damit auch für den Bayer Konzern, der unlängst die Amerikaner, in der Hoffnung auf das große Geschäft, für exorbitante Milliardenbeträge geschluckt hat. Glyphosat ist nicht nur krebserregend, sondern auch äußerst schädlich für Insekten und Vögel. Lest dazu meine Artikel. Wendet euch an eure Abgeordneten oder direkt an die Behörden in Berlin oder Brüssel mit Protestbriefen!

https://wortundstern.wordpress.com/2016/05/25/die-ganz-grosse-verarsche/  zum großen Deal Monsanto – Bayer im letzten Jahr…

https://wortundstern.wordpress.com/2016/04/18/alarmierender-rueckgang-bei-saemtlichen-insektenarten/ zum Insektensterben

https://wortundstern.wordpress.com/2016/07/04/unsere-kleinen-freunde/

Die ganz große Verarsche…

SCHLUCKT BAYER MONSANTO?  TTIP WÄRE DANN SEHR HILFREICH…

Ist es ein Zufall, dass Bayer gerade jetzt Monsanto übernehmen will, wo im Parlament, gegen jedes bessere Wissen, über die weitere Verwendung der Geisel  Glyphosat in unserer Landwirtschaft verhandelt und abgestimmt wird. Und kann es auch noch ein Zufall sein, dass gerade jetzt TTIP in Brüssel ausgekungelt wird, wo der größte in Gentechnik involvierte Konzern Amerikas, nämlich Monsanto, einer deutschen Unternehmens-Gruppe zugeschlagen werden soll?

Roundup Monsanto

Dann wird in den Medien wieder so getan, als wenn wir alle, die diesem Tun kritisch gegenüber stehen, Verhinderer einer „wirtschaftlichen Entwicklung“ seien, die aber 70% der Bevölkerung einfach nicht haben will! Wir wollen kein gentechnisch verändertes Essen!  Wir wollen kein Glyphosat im Honig, in der Milch oder im Bier! Wir wollen keine sterbenden Bienen und Vögel! Könnten das die großkopferten Herren in Leverkusen, Berlin, Brüssel und Washington bitte endlich zur Kenntnis nehmen ! ! !

Monsanto 003

Ganz davon abgesehen, dass diese weitere Konzentration in der Pharmaindustrie eigentlich vom Kartellamt verhindert werden müsste. Thema Marktmacht!  Und abgesehen davon, dass Bayer viel zu viel Geld hinlegen will für dieses Abenteuer einiger Manager und dabei unter Umständen die Stabilität des ganzen Konzern riskiert –  damit wieder tausende Menschen arbeitslos werden? Was soll das Theater also?

N-4

Innerhalb von nur zwei Tagen ist jetzt das Übernahmeangebot der Herren in Leverkusen von 55 auf 63 Milliarden erhöht worden – überbewertet, wie Analysten meinen, aber der US-Konzern ziert sich noch. Ein Irrsinn!

Monsanto hatte sich vom europäischen Markt längst verabschiedet, da hier (zum Glück) zu viel Widerstand in der Bevölkerung bestand. Und nun holen wir uns diese Brüder durch die Hintertür wieder rein und es wird noch als Fortschritt, als großer Coup verkauft? Ich fasse es nicht – wie dumm glauben die, dass wir sind?  Dann kommt die ganz große Giftschwemme und noch mehr Genfood, als wir ohnehin schon haben! Aber bitte weint nicht in zehn oder zwanzig Jahren, wenn die Menschen krank werden, wie es heute schon in den USA der Fall ist. Schon jetzt kann man bei mehr als 60% aller Bundesbürger Glyphosat im Urin nachweisen und es werden immer mehr…wollen wir diese Zukunft? Ich nicht!

(fotos – Mike Mozart – Occupy Reno Media Commitee – avrorra)

P A R A D O X O N

Sol

Was für ein Wunder eigentlich, dass wir uns genau in dieser Entfernung zur Sonne befinden , nicht näher und nicht weiter, dass es Wasser auf unserem Planeten gibt, dass wir einen Mond haben, der die Erdachse stabilisiert, dass wir ein Magnetfeld haben, welches uns vor schädlicher Strahlung aus dem All schützt – und was tun wir? Wir zerstören täglich und mit atemberaubender Geschwindigkeit dies Wunder im Weltall, führen Kriege, reißen die Erde auf, vergiften Flüsse und Meere, holzen die letzten Primärwälder ab und machen uns und den anderen Geschöpfen auf diesem kleinen Planeten das Leben zur Hölle – ist das nicht Irsinn?

Die Natur schlägt zurück

In Europa noch weitestgehend unbemerkt, spielt sich am anderen Ende der Welt, vor der chilenischen Küste, eine der größten Umwelt-Katastrophen der jüngeren Geschichte ab, deren wahres Ausmaß in seiner Tragweite noch gar nicht abzusehen ist. Der Pazifik kippt regelrecht um: durch El Nino hat sich das Wasser dermaßen erwärmt, dass es zu einer ungehemmten Algenblüte mit toxischen Stoffwechsel-Produkten kam, deren Gifte nun alles Leben im Wasser abtöten. Dies betrifft nicht nur die Fische, schlimm genug, denn die Sardinen-Schwärme sind die Grundlage der Nahrungskette und zudem Einkommensquelle für die Menschen.

Auch Krebstiere, Muscheln, Kalmare und sogar die an sich robusten Quallen sterben massenhaft. Die Strände sind auf hunderten von Kilometern mit einer übelriechenden Masse aus toten Tieren, auch Vögeln und Robben übersäht. Man kann mit Fug und Recht davon sprechen, dass hier die gesamte Nahrungskette völlig zusammengebrochen ist. Das Wasser ist im höchsten Maße gesundheitsschädlich, da nun auch die Zersetzungsgifte der hundertausend Tonnen Kadaver das Meer zusätzlich belasten. Es ist ein Elend für Mensch und Tier gleichermaßen…aber was werden wir in der Zukunft aus diesem Menetekel lernen?

(foto – el informante petentero)

Faszination des Schreckens

https://www.flickr.com/photos/premierofalberta/26839413765/in/album-72157667344002510/

Fort McMurray Wildfire

Fort McMurray Wildfire

Wie durch ein Wunder kamen bei den gigantischen Bränden in der Provinz Alberta rund um die Kleinstadt Fort McMurray bisher keine Menschen ums Leben – ich denke, dass dies inmitten des Desasters wenigstens etwas Positives ist. Die Höhe des Schadens dagegen ist noch nicht einmal zu erahnen, denn die Feuer sind weiter außer Kontrolle.

Dem Fotografen Chris Schwarz gelang in der Nacht des 4.Mai aus vielen Kilometern Entfernung diese beängstigende Fotoserie – sie lässt das Ausmaß der Katastrophe zumindest erahnen. Meine Gedanken sind bei all den Menschen, die jetzt Hab und Gut, ihren Arbeitsplatz oder geliebte Tiere verloren haben. Es ist noch viel zu früh für eine Bilanz. Fest steht aber schon ziemlich sicher, dass auch dieses Feuer, wie so viele vorher, durch menschliche Ignoranz, Dummheit und Fahrlässigkeit entstanden ist.

Der Mensch sollte sich aus den Wäldern zurückziehen und den Ölsand dort lassen, wo er hunderttausende von Jahren war. Im Boden, geschützt unter Wald, der ungezählten Tieren Lebensraum bietet. Vielleicht schlägt die Natur ja jetzt zurück, weil sie ihre Zerstörung nicht länger ertragen konnte. Die Ureinwohner dort wissen schon lange, wie man mit dem Land umgeht. Die Weißen sollten lieber zurück in ihre Großstädte gehen und die Finger von der Wildnis lassen…

Wer sich für das Schicksal der Vertrieben interessiert, der lese den Frontbericht des FR-Korrespondenten Jörg Michel, Kanada.

http://tinyurl.com/j7fft53

Das Desaster von Alberta

Fort McMurray Wildfire

Das sind keine Wolken, sondern es ist tatsächlich Rauch. Die Feuer in Fort McMurray sind völlig außer Kontrolle geraten und die Feuerwehr ist überfordert. Wie sollte es auch anders sein bei einer Fläche von inzwischen 100.000 Hektar, die in Flammen steht. Die Bevölkerung wurde unter teilweise chaotischen Bedingungen in Sicherheit gebracht. Im April gab es in der Provinz Hitze mit bis zu 30°C nach einem zu trockenen Winter…

Fort McMurray wildfires 10425

Die Bedingungen für die Piloten sind extrem gefährlich.

Inzwischen hat sich die betroffene Fläche verzehnfacht. Die Behörden sind verzweifelt, denn es ist kein Regen in Sicht und Wind bzw. Trockenheit lassen das Feuer mit einer Geschwindigkeit von 6 km/h ständig nach allen Seiten wachsen. Es sind 150 Hubschrauber und über 20 Löschflugzeuge, auch aus den USA, vor Ort. Aber die Helfer haben bei diesen Bedingungen keine Chance gegen das Feuer, man betet schon für Regen. Aber die Natur wurde zu lange geschunden, jetzt wehrt sie sich. Fort McMurray war eine der wichtigsten Städte in Canada mit dem fatalen Ölsandabbau …

Fort McMurray wildfires 461

Ist das die Apokalypse?                                         (alle fotos – Chris Schwarz)

The 88,000

Bericht eines Feuerwehrmannes aus der Hölle der Feuer.

Tschernobyl – dreißig Jahre danach

Während der neue Sarkophag im ukrainischen Tschernobyl immer noch nicht fertig ist, hoffen die Behörden, dass die gefährliche Strahlung aus dem geschmolzenen Reaktorkern im 31.Jahr nach der Katastrophe dann besser versiegelt sein wird. Die immensen Kosten für diese Operation hat übrigens das Ausland übernommen, zum großen Teil die EU aber auch die USA. Ich erinnere mich noch genau an die Geschehnisse im Jahr 1986 und wie wir erst mit Verzögerung von der Verstrahlung erfuhren, nachdem in Skandinavien, nach Tagen der Untätigkeit in der Sowjetunion, plötzlich exorbitant erhöhte Werte festgestellt wurden. In Deutschland ist bis heute am stärksten Südost-Bayern von der Seuche betroffen. Cäsium 137 findet sich nach wie vor in hoher Akkumulation in Pilzen und im Wild. Der Hot Spot liegt irgendwo zwischen der Oberpfalz und dem  Bayrischen Wald, wo man wirklich weder selbst gesammelte Pilze noch lecker Wildschwein „genießen“ sollte. Aber auch andere Gebiete in Süddeutschland sind immer noch stark betroffen, dies kann lokal sehr unterschiedlich sein.

In Tschernobyl begann eine neue Zeitrechnung.

Was haben sie uns damals gesagt, als wir in Brokdorf demonstrierten und man uns Protestler wie Kriminelle behandelte: in 1000 Jahren gibt es vielleicht mal einen Atomunfall, wenn überhaupt. Atomkraft sei ja sooo sicher und sooo billig – jetzt hatten wir schon drei Havarien in nicht mal 40 Jahren (Harrisburg, Tschernobyl und Fukushima – der Unfall am Ural in den 50er Jahren noch nicht mitgerechnet).  Und der deutsche Steuerzahler darf jetzt auch noch die Abwicklung der alten, längst abgeschriebenen Kraftwerke bezahlen, mit denen sich die Stromkonzerne schon dumm und dusselig verdient haben (plus Anschubfinanzierung des Bundes in den 60er Jahren, inklusive staatlich bezahlter Probereaktoren, z.B. in Kahl vor den Toren Frankfurts).  Ihr werdet sehen, das wird so kommen! Während die Stromkonzerne sogar die Frechheit besitzen, beim Bund auf Entschädigungen zu klagen und kleines, dickes Gabriel dem nichts aber auch gar nichts entgegenzusetzen hat. Auch in Hessen wird so eine Klage bereits vorbereitet, vom Betreiber des Kraftwerks in Biblis gegen die Staatsregierung. Dabei ist das Problem der Lagerung der auf Jahrtausende strahlenden Abfälle natürlich immer noch nicht geklärt,  in keinem Land der Erde. Aber was kümmern uns schon die kommenden Generationen, wir leben doch jetzt – und nach uns die Sintflut…