William Binney

EXZESSIVES DATEN SAMMELN MACHT AUF DAUER KEINEN SINN…

Der ehemalige technische Direktor des NSA bezweifelt, dass immer mehr Informationen automatisch zu besseren Ergebnissen führen. „Massenüberwachung hilft nicht“ ! Analysten ertrinken in Informationen. Nach jedem Anschlag stellt sich heraus, dass die Täter zuvor in irgendeiner Datenbank gespeichert waren – doch sie hätten nur durch fokussiertes Beobachten aufgehalten werden können. Trotzdem wird das massenhafte Daten sammeln Jahr für Jahr ausgeweitet…

William Binney, der sich zu einem der schärfsten Kritiker der NSA gemausert hat, schlägt noch etwas anderes vor: „Streicht den Geheimdiensten die finanzielle Unterstützung ! Wenn sie kein Geld für Datencenter haben, können sie nicht mehr so viel für so lange Zeit speichern“. Jedes Mal, wenn sie einen Anschlag nicht verhindern, sollte ihr Budget um zehn Prozent gekürzt werden. Dadurch gehen die Dienste zwar irgendwann ganz kaputt, doch könnte man damit gut leben: „Was hätten wir denn verloren? Gar nichts. Sie waren schon vorher kaputt.“

 

A Social Life

Meredith wartet auf „Likes“ – in einem deprimierenden Kurzfilm über die Vergeblichkeit eines „Lebens“ im Internet, dass doch nie das wahre Leben zu ersetzen vermag. Wer bitte hat den ganzen Tag Zeit für Selfies, Kochblogs oder den letzten Schnappschuss vom Joggen. Muss ich das im Internet teilen, wenn ich wirkliche Freunde habe? Wieviele „schillernde“ Facebook- oder Instagramprofile sind in Wirklichkeit das Abbild tiefer Einsamkeit, die sich in weiten Teilen der Gesellschaft, insbesondere der Lebenswirklichkeit der Singles, breit gemacht hat?

Amazons perfide Strategie

Wenn Amazon ein Buch als nicht verfügbar anzeigt oder vor einer langen Lieferzeit warnt, muss es keineswegs heißen, dass es tatsächlich nicht in den Lagern des Online-Konzerns vorrätig ist. Es kann auch schlichtweg bedeuten, dass Amazon einen Verlag seine Marktmacht spüren lassen will. Amazon setzt diese derzeit ein, um die Buchverleger in Europa und den USA gefügig zu machen, die sich weigern, die neuen Knebelbedingungen zu akzeptieren, die Amazon ihnen gerne diktieren möchte.     🙄

Daraus kann sich für uns Verbraucher nur eine Konsequenz ergeben. Amazon boykottieren! Ich habe noch nie etwas bei dieser Firma bestellt und ziehe es immer noch, vor beim Buchhändler meines Vertrauens zu stöbern. Nicht vorrätige Titel kann er mir innerhalb eines halben Tages bestellen. Man hätte zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Unterstützung des lokalen Buchhandels und eine Verringerung des exorbitant angeschwollenen Lieferverkehrs der diversen Paketversender, die jetzt täglich unsere ohnehin verstopften Straßen frequentieren.

Finger weg von WhatsApp

Wissenschaftler der Universität Ulm haben untersucht, ob sich anhand der Online-Information aus der WhatsApp ein Tagesablauf rekonstruieren ließe. Die Studie nahm sich zwei kleinere Gruppen von jeweils zehn Personen vor. Einen Monat lang sammelte man die Information, wann der jeweilige Proband WhatsApp aufgerufen hatte. Dann wurden diese Daten durch weintere Informationen, wie etwa Schlaf- und Nutzer Gewohnheiten ergänzt.

Das Ergebnis war für fast alle Teilnehmer schockierend. Die Ulmer Wissenschaftler konnten mit großer Wahrscheinlichkeit sagen, ob jemand vielleicht ein Schläfchen gehalten, gar  für ein paar Tage das Land verlassen  oder zumindest irgendwo an der Bar Zeit verbracht hatte. Hinterfüttert man die einfachen Angaben noch durch spezielles Wissen , lassen sich eine Reihe signifikanter Schlüsse daraus ziehen. Die Forscher konnten anhand von gleichen Nutzungsmustern sogar auf bestimmte Partner in der Kommunikation schließen.

Vielen WhatsApp Nutzern ist gar nicht klar, wieviel sie schon von sich Preis gegeben haben. Jeder Kontakt wird ja mit Datum und Uhrzeit versehen, wenn der Betreffende online war, also die App geöffnet hatte usw. Das mag banal sein, die neue Studie zeigt aber, wie brisant es in Wirklichkeit ist ( dies gilt natürlich auch für Facebook und Twitter). WhatsApp  arbeitet zur Zeit an einer Desktop Version für seinen Dienst – also Vorsicht! Brauchen wir diesen ganzen Kram – ich nicht!? 🙄

Harald Welzer

„Auch ich habe die Gefahr des informationellen Totalitarismus bislang vor allem so gesehen, dass die Datenflut unter Bedingungen von Rechtsstaatlichkeit zwar beunruhigend, aber noch nicht wirklich gefährlich ist. Erst für den Fall, dass es durch einen Regimewechsel plötzlich nicht mehr mit rechtsstaatlichen Dingen zuginge, müsste man existentiell besorgt sein. Dieser Gedanke ist aber falsch, denn er geht von der irrigen Vorstellung aus, dass Systemwechsel aussehen wie Systemwechsel, dass sie abrupt und erklärtermaßen stattfinden.

Systemwechsel finden dann statt, wenn sich Macht- und Vertrauensverhältnisse und die für selbstverständlich gehaltenen Regeln des Alltagslebens verändern, die Normen darüber, was als richtig und falsch gelten kann, und die Standards, welche Verfahren des sozialen Umgangs legitim und welche unzulässig sind. Freiheit und Selbstbestimmung sind bereits in Abschaffung begriffen, wenn die Informationsindustrie das Verhalten der Menschen ebenso zu steuern begonnen hat wie ihr wirtschaftliches Schicksal.

Es geht heute daher bereits nicht mehr um die Sicherung von Verfügungsmacht über die eigene Person, sondern um deren Rückgewinnung – daher um den Entzug von Information. In der Konsequenz würde das bedeuten, dass sich ein zunehmender Teil der Bevölkerung eben nicht mehr den scheinbar naturwüchsig gewachsenen neuen Vorgaben des staatlich-industriellen Überwachungskomplexes unterwirft, sondern einmal andere Formen der Kommunikation entwickelt. Was konkret zum Beispiel hieße, für alles das, was man für wichtig hält, künftig weder das Internet noch Telekommunikation zu nutzen – warum sollte das nicht möglich sein? Oder mit Hilfe von kompetenten Hackern Gegenstrategien zu entwickeln, also etwa massenhaft sinnlose Informationen zu generieren, die mit dem Datenstrom interferieren, oder durch Multiplikatorprogramme die Datenmenge so erhöhen, dass sie nicht mehr auszuwerten ist.“

Auszüge aus einem Interview für die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Harald Welzer ist Professor für das Fach Transformationsdesign an der Europa Universität in Flensburg.

William Binney

„DIE NSA GLEICHT EINER DIKTATUR“

Der früherer NSA Direktor Binney plauderte aus dem Nähkästchen:

„Nach dem 11. September hat sich alles geändert: Die NSA hat die Anschläge als Rechtfertigung genutzt, um eine große, unkontrollierte Massenüberwachung zu starten. Die schmeißen nichts weg! Wenn sie erst mal was haben, dann behalten sie es auch. Fatal ist die Entwicklung in den vergangenen Jahren, nicht mehr nur Daten von Gruppen zu sammeln, die unter Terror- oder Kriminalitätsverdacht stehen. Wir haben uns wegbewegt von der Sammlung dieser speziellen Daten, hin zur Sammlung von Daten der sieben Milliarden Menschen unseres Planeten. Man dürfte in den USA eigentlich nur relevante Daten aus den Glasfaserkabeln herausziehen. Die NSA speichert aber die kompletten Daten für immer! Ziel ist dabei ganz klar die Kontrolle der Menschen. Es ist inzwischen im Prinzip möglich, die gesamte Bevölkerung zu überwachen, in den USA und im Ausland – dies widerspricht sogar unserer eigenen Verfassung. Zugriff auf die gewaltige NSA-Datenmenge haben alle Regierungsministerien, die Polizeibehörden und die Steueraufsicht.“

Dies lasse ich mal so stehen – der Mann weiß schließlich, wovon er spricht!

Wie wir inzwischen wissen, versorgt ja unser BND die Amerikaner auch fleissig mit Daten. War da mal was? Sollte da nicht mal irgendwas zur „Chefsache“ erklärt werden? Liest man darüber noch irgendwo in den Medien? Den Flüchtlingen sei Dank, nein. Ich habe das Thema aber nicht aus den Augen verloren….   🙄

Trolle

Mir war schon immer schleierhaft, wie man auch noch Zeit finden kann, Artikel in Zeitungen zu kommentieren. Noch schleierhafter ist, dass es meistens negative Beiträge sind. Selten schaue ich mal in diese Kommentarleisten und bin immer wieder erstaunt und erschreckt über den Hass und die Dümmlichkeit, die sich dort breit macht. Auch bei Qualitätsblättern! Es muß so eine Art Berufstrolle für diese Spalten geben. Mit etwas Übung erkennt man die verschiedenen Typen heraus, auch wenn sie immer wieder unter anderen Namen schreiben. Hier hat eine Redakteurin mal ihre Gedanken zu dem Thema niedergeschrieben. Danke an Andrea Diener von der FAZ für diesen Einblick in eine Parallelwelt! Ich glaube, es braucht ein großes Maß an Dickfelligkeit, diesen Job zu machen.

„Höflichkeit gilt dem konservativen Kommentartroll als Gutmenschengetue, jegliche Standards gepflegten Umgangs lehnt er ab. Eine Gemeinschaft gilt ihm nur dann etwas, wenn sie aus Gleichgesinnten besteht, alles Abweichende wird ausgeschlossen. Er ist von einem enormen Sendungsbewusstsein getrieben, fühlt sich als Sprachrohr einer schweigenden Mehrheit, als radikal ehrlich. Er beleidigt schonungslos, besonders gerne Minderheiten, und wer ihn zurechtweist, wird als „Zensor“ diffamiert. Er wähnt sich unterdrückt, gegängelt, von einem linken Medienmainstream mundtot gemacht und kompensiert seine vermeintliche Hilflosigkeit mit Unflat. Sein Vokabular ist ein psychopathologisches: An zeitgenössische Themen werden die Suffixe -wahn, -hysterie, -lüge und -keule angehängt, um sie als Massenpsychose zu diskreditieren. So leben wir nach seiner Wahrnehmung in Zeiten des Genderwahns, der Klimalüge, der Multikultihysterie und der Populismuskeule.“

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/troll-kommentare-meine-tage-im-hass-13038925.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2  der ganze Artikel zum Nachlesen

Evgeny Morozov

„Wer sich dem technologischen Zugriff Amerikas entziehen will, braucht eine mehrdimensionale Strategie, die zum Beispiel auch berücksichtigen sollte, dass Google heute nicht mehr nur eine Suchmaschine und ein E-Mail-Dienst ist, sondern auch Anlagen betreibt, Betriebssysteme anbietet und sogar eigene Netze besitzt.“

„Man beachte den Unterschied: Russland und China wollen „nur“ auf Daten zugreifen können, die von Bürgern ihres Landes innerhalb ihres Landes generiert worden sind, während die Vereinigten Staaten Zugriff auf alle Daten haben wollen, die irgendwo generiert werden, sofern sie von amerikanischen Unternehmen verarbeitet werden.“

„Die Aktivitäten dieser Länder stehen in einem direkten Verhältnis zu den aggressiven Bemühungen Washingtons, Nutzen aus der Tatsache zu ziehen, dass ein so großer Teil unserer Kommunikationsinfrastruktur vom Silicon Valley aus betrieben wird. Was für den einen Internetfreiheit ist, das hält der andere für Internetimperialismus.“

Evgeny Morozov arbeitete zeitweise an der Universität von Stanford. Er schreibt Kolumnen für „Foreign Policy“ oder die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“. Er ist der Autor von „The Dark Side of the Internet Freedom“ – einer sehr empfehlenswerten Lektüre!

http://www.evgenymorozov.com/

Das Geschäftsmodell des Internet ist Überwachung

INTERVIEW MIT DEM IT-EXPERTEN BRUCE SCHNEIER

„Nach meinen Vorträgen erhalte ich in der Regel zwei Reaktionen. Die einen regen sich darüber auf, was Unternehmen wie Google und Facebook mit ihren Daten machen. Geheimdienste sind ihnen egal. Bei den anderen ist es umgekehrt. Aber so ist es nun einmal: Das Geschäftsmodell des Internet ist Überwachung! Nutzer zahlen also kostenlose Dienste mit ihren Daten…wir sind längst nicht mehr in der Position, anderen Staaten vorzuschreiben, dass sie aufhören sollen, uns auszuspionieren.“

Das Interview ist zwar von letztem Jahr, hat aber nichts an seiner Aktualität verloren. Mancher Leser wird hier verstörende Wahrheiten finden….

http://tinyurl.com/q62jkyo

Glenn Greenwald

BUCHTIPP

Vieles ist bekannt, doch längst nicht alle Details sind bislang so genau beschrieben und dank der vielen abgebildeten Dokumente so authentisch dargestell, wie im umfangreichen Mittelteil von Greenwalds Buch, dass im vergangenen Jahr veröffentlicht wurde. Wer wirklich verstehen will, wie die Vereinigten Staaten ihre Vorherrschaft über das Internet wahren und ausbauen wollen,der wird hier fündig. Es ist im Grunde nichts anderes, als eine Art von digitalem Kolonialismus!

Das Motto „Collect it All“ taucht nicht nur immer wieder in selbst alltäglichen internen Memos der NSA auf, es wird auch umgesetzt: Diese krakenartige Behörde bearbeitet jeden Tag bis zu 20 Milliarden (!) Kommunikationsereignisse im Internet und per Telefon auf der ganzen Welt! Bei der Jagd nach Informationen aus dem Ausland ist die NSA in der Lage, etwa „fünfundsiebzig Prozent des gesamten amerikanischen Internetverkehrs zu erfassen, darunter ein breites Spektrum von Kommunikationsvorgängen zwischen Ausländern und Amerikanern“.

Die NSA agiert dabei nicht allein. Sie kooperiert unter anderem mit dem CIA, dem FBI, der DIA (Defense Intelligence Agency) in den USA und zudem mit den Geheimdiensten in den sogenannten Five-Eye-Staaten Kanada, Großbritannien, Australien und Neuseeland. Ausserdem beschäftigt die NSA neben ihren eigenen 30.000 Mitarbeitern noch mehr als 60.000 Leute bei Dienstleistern wie dem Technologiekonzern Dell oder dem Militärberatungsunternehmen Booz Allen Hamilton – dies ist besonders pikant!  Auch Edward Snowden hatte mal für diese Firmen gearbeitet. Wie wir inzwischen trotz aller schalen Dementis wissen, versorgt unser  BND die NSA ebenso verlässlich mit Daten – aber das ist ein anderes Thema…

http://tinyurl.com/q2f85po

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