„Junction 48“

Diese Woche läuft in den deutschen Kinos der israelische Film „Junction 48“ des Filmemachers Udi Aloni an, in dem der palästinensische Rapper Tamer Nafer die Hauptrolle und quasi sich selbst spielt. Es ist ein Lehrstück über die Apartheid im Kernland Israel, die schon palästinensische Araber mit israelischem Pass zu Bürgern zweiter Klasse degradiert. Der Film wirft auch ein Licht auf die Verhältnisse jenseits der Mauern und Zäune im Westjordanland und im Gaza-Streifen, wo es den Palästinensern noch um so vieles schlechter geht.

Erzählt wird die Geschichte des armen Musikers aus Lod, einer Kleinstadt nördlich von Tel Aviv, der sich vom Kleinkriminellen zum Bühnenstar und Held seiner Generation hocharbeitet. Dabei wird das alltägliche Leben in der heruntergekommenen Siedlung, so nah an der Glitzerstadt Tel Aviv gezeigt, die täglichen Schikanen und Razzien der Polizei, das Leben der einfachen Leute, die Hoffnungslosigkeit der Jugend.

Lod gilt in Israel als Sinnbild für Kriminalität und Verderbtheit, dagegen wollten Aloni und Nafer eine andere Realität setzen. Sie beschönigen nicht die Schattenseiten, aber zeigen, dass dort Menschen mit Problemen leben, wie überall auf der Welt, die nicht pauschal stigmatisiert und in die Ecke gestellt werden möchten. Darüber hinaus zeigt der Film einmalige, mitreißende Bühnenszenen der Musiker und Sänger und ist damit, neben dem ernsten Thema, sehr unterhaltsam!

In einem Interview zur Premiere des Films, der schon mehrere Preise gewonnen hat, sagte der Israeli Udi Aloni Bemerkenswertes: er stellte seinen eigenen Regierungschef Netanjahu in eine Reihe mit den Putins und Trumps dieser Welt und meinte sinngemäß, ihm sei klar, dass der Film die Machtverhältnisse nicht ändern, aber die Macht dieser Potentaten auch nicht ewig dauern werde: „es kommen andere Zeiten“ – hoffen wir, dass er mit seinem verhaltenen Optimismus richtig liegt.

Der Film startet Donnerstag in den Kinos. Ihr müsst schauen, ob er in eurer Stadt gezeigt witd – Prädikat sehenswert, unbedingt reingehen!

Carrie Fisher

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Mit nur 60 Jahren verstarb die Schauspielerin und Autorin Carrie Fisher. Dies Jahr war aber wirklich hart, oder kommt nur mir das so vor? Viele Musiker und Schauspieler, und etliche zu jung, haben sich für immer verabschiedet…nun haben wir aber 2016 bald hinter uns… (foto – dpa)

„Aus einem deutschen Leben“

Damit alle Leute, die jetzt wieder den „Schimanski“ zitieren, mal sehen, was Götz George sonst noch so gemacht hat – lange vorher. Und das ist nur ein Beispiel. Ich hoffe, da bleibt mehr hängen, als einige Duisburger „Tatorte“. George hasste es, auf den Kommissar aus den 80ern reduziert zu werden. Es soll ja Leute gegeben haben, die ihn sogar auf der Straße mit dem Namen angesprochen haben – einfach nur peinlich.

Sein bester Film überhaupt ist für mich „Der Totmacher“ von Romuald Karmakar. Schwere Kost fürwahr, aber brilliant gespielt! Wer sonst hätte diese Rolle hinbekommen in Deutschland? Das war nach Duisburg. Und es sollten noch weitere außergewöhnliche Filme folgen. Bitte redet von diesen Arbeiten bzw. entdeckt sie überhaupt erst!

Einer der wenigen für das private Fernsehen gedrehten Filme mit Götz George und der unvergessenen Barbara Rudnik – auch das ein Highlight der 90er Jahre, weit weg von Schimanski Routine !

Götz George

Götz GeorgeGötz GeorgeGötz George

Ob den Höß, den Haarmann oder Mengele, einen diabolischen „Sandmann“, den an Alzheimer erkrankten Vater, einen schwulen Schausteller oder den Knacki, der zurück in die Gesellschaft finden muss – er hat sie alle überzeugend gespielt und dazu noch viele Jahre in diversen Theatern gearbeitet. Ein ganz Großer ist gegangen! Die Krimis waren nur Brotjobs, die Komödien nicht so mein Ding (obwohl er auch das konnte) – seine vielen guten Spielfilme aber werden das Vermächtnis sein, die werden Bestand haben, da bin ich ganz sicher. Götz George trat weit aus dem Schatten seiner berühmten Eltern, obwohl er sich bis zum Ende in Demut übte – das ehrt den Mann besonders.

(foto – dpa)

Emmanuelle Seigner

Die französische Schauspielerin und Gattin von Roman Polanski ist auch eine hervorragende Sängerin. In einem Interview sagte sie einmal, das ihr Singen sogar wichtiger sei, als vor der Kamera zu stehen. In „Backstage“ konnte sie zusammen mit Isild Le Besco beides kongenial verbinden…