Frohe Ostern

Hare

Habt ihr schon mal einem Hasen in die braunen Augen geschaut? Man kommt ihnen selten so nahe – es sind wunderbare, rätselhafte und scheue Tiere, die leider in unserer ausgeräumten Landschaft sehr rar geworden sind (nicht zu verwechseln mit den Kaninchen). Ich freue mich immer, wenn ich ab und zu mal einen sehe (foto –  helen.llewelyn).

Wie kam der Hase eigentlich zum Osterfest, denn er hat ja mit der christlichen Symbolik wenig zu tun? Die heidnischen Frühlingsfeste verbanden die Hasen mit Wiedergeburt und Fruchtbarkeit und man sah sie im angelsächsischen Raum auch in Verbindung mit der Wiedergeburt des Mondes und der Natur als ewigem Kreislauf, sowie als Symbol der Morgendämmerung und eines neuen Lebens. Während der späteren Christianisierung verband man dann diese alten Bräuche kurzerhand mit dem christlichen Osterfest. Als lunares Tier verkörperte der Hase ja seit jeher die Auferstehung, Verjüngung und Periodizität. Die Figur des Hasen im Mond ist in fast allen alten Religionen zu finden. Er galt aber mitunter auch als unrein (z.B. im jüdischen Glauben) und, ähnlich wie die Katze, als mit den Hexen im Bunde. Inzwischen ist das arme Tier leider zur eierlegenden Karikatur im jährlichen Oster-Kommerz verkommen.

Ich wünsche allen Lesern entspannte und vor allem friedliche Feiertage!

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(foto – Keith Laverack)

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Fukushima

SIEBEN JAHRE NACH DEM SUPER-GAU

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Und immer noch wird verzweifelt versucht, das Erdreich zu dekontaminieren, ein Kampf gegen Windmühlen-Flügel. Hinter dem Kraftwerk türmen sich die Tanklager mit verstrahltem Wasser und noch immer ist nicht klar, wo der Brennstoff der Reaktoren sich genau befindet. Die Strahlung ist so groß, dass sogar Roboter versagten, die Aufschluss über die Lage des geschmolzenen Kerns bringen sollten. Heute vor sieben Jahren suchte der Tsunami die Westküste nördlich von Tokio heim und tötete an die 20.000 Menschen.

Auf dem Foto verstaut ein Arbeiter verseuchte Erde in der Nähe von Kawauchi-Mura in überdimensionale Plastiksäcke. Keiner weiß, wohin mit dieser Erde – deshalb türmen sich riesige Haufen davon in der Landschaft. Die Regierung möchte gern, dass die Bevölkerung zurückkehrt, aber kaum jemand hat Lust in den verseuchten Gebieten zu leben – Wissenschaftler raten auch dringend davon ab! Die Zone wird also wahrscheinlich auf Jahrzehnte hin unbewohnbar bleiben…

Die Weiße Rose

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„ganz leben, oder gar nicht“… war das Lebensmotto von Hans Scholl

Heute vor 75 Jahren wurden Hans und Sophie Scholl hingerichtet. Sie und ihre Mitstreiter der Weißen Rose sind unvergessen – wenigstens einige Menschen hatten in dieser Zeit Anstand und Mut, waren nicht gewillt, die Barbarei der Nazis duckmäuserisch mit anzusehen. Dafür gebührt ihnen bis heute größte Anerkennung! Sie zahlten einen sehr hohen Preis…

Sophie Scholl, fot. AFP

Wer tiefer in die Materie einsteigen möchte, sollte diesen Film ansehen:

Mahatma Gandhi

 

Die Geschichte lehrt die Menschen,
dass die Geschichte den Menschen
nichts lehrt !

 

( wie wahr dieser Spruch ist, kann man zur Zeit wieder an allen Ecken
und Enden der Welt betrachten – dabei gehts immer noch schlimmer )

PIOTR M. A. CYWIŃSKI

WAS IST MIT UNS PASSIERT ?

„…Heute sehen wir, wie sehr die Anstrengungen der Vergangenheitsbewältigung, so richtig und nötig sie auch gewesen sein mögen, die Probe der Zeit nicht bestanden haben. Wir sind nicht in der Lage, wirksam auf die Neuauflagen des Völker mordenden Wahnsinns zu reagieren. Humanitäre Katastrophen, Hunger und Tod, hervorgerufen etwa von den unendlichen Auseinandersetzungen verschiedener Milizen in Zentralafrika, gehören nicht zu den Prioritäten unserer Regierungen. Waffenhandel und die Ausbeutung nahezu kostenloser Arbeitskräfte treiben die ärmsten Weltgegenden in den Untergang. Die Vereinten Nationen geben keinerlei Hoffnung mehr. Die Europäische Union krankt an ihrer inneren Gleichgültigkeit. Unsere Demokratien leiden an zunehmendem Populismus, nationalem Egoismus, neuen Formen der extremen Hassrede. Die Remilitarisierung der zwischenmenschlichen Beziehungen schändet unsere Straßen und Plätze. Haben wir uns innerhalb zweier, dreier Generationen so verändert? …“

EIN WECKRUF DES LEITERS DER GEDENKSTÄTTE AUSCHWITZ-BIRKENAU

http://www.faz.net/aktuell/politik/auschwitz-befreiung-was-ist-mit-uns-passiert-15416733.html?printPagedArticle=true#pageIndex_0

Hier könnt ihr den ganzen Essay nachlesen – hat der Mann nicht Recht?!

Norwegische Tauben

Two at Each End

An einem regnerischen Morgen in der schönen Stadt Bergen. Die „Stadttaube“ stammt ursprünglich von der Felsentaube ab, die in grauer Vorzeit die menschlichen „Felsenlandschaften“ für sich eroberte, ähnlich wie auch unsere Mauersegler.

(foto – Anne Worner)

Die Hohe Strasse

Da ich passionierte Radlerin bin, interessiere ich mich immer für durchgehende Radwege abseits von Straßen in schöner Natur, wo dann mein Interesse für Vögel, Insekten und Pflanzen befriedigt werden kann. Die Hohe Strasse vereint alle diese Vorzüge praktisch perfekt. Von Bergen aus kann man im Grunde nach wenigen Metern mit der Tour beginnen. Der Berger Hang ist ein Relikt des Urstromtals des Mains und sozusagen der westliche Startpunkt der Hohen Strasse Richtung Osten in die südlichste Wetterau bzw. das Ronneburg-Büdinger Hügelland. Man kommt schnell auf Maintaler Gemarkung und fährt quer durch die Felder Richtung Lohe, einem bewaldetem Höhenrücken zwischen Bischofsheim und Niederdorfelden, wo auch ein Fernmeldeturm steht.

Angenehm an der Radtour ist, dass es kaum große Steigungen gibt, da man sich immer auf dem eiszeitlichen Höhenrücken weiterbewegt mit grandioser Aussicht entweder hinunter ins Maintal mit Blick auf Offenbach, Maintal, Hanau im Hintergrund Odenwald und Spessart oder nach Norden in die Täler der Wetterau mit Blick auf den Taunusrücken. Voraus kann man später die Höhenzüge des Vogelsbergs sehen, wenn es klar genug ist. Entlang der Strecke gibt es lustige Haltepunkte, die zu Pausen einladen – diese Punkte sind auch oft “möbliert” mit allerlei witzigen Objekten.

Von der Lohe geht es weiter auf Schönecker Gemarkung mit dem Hühner-, Galgen- und Gelben Berg, wo sich seit einigen Jahren ein Windpark befindet. Blick nach unten auf Kilianstädten – von hier aus kann man in der Ferne auch schon die Ronneburg erblicken, bis dahin sind es allerdings noch einige Kilometerchen. Zuerst kommt man aber mit dem “Wartbaum” auf Nidderauer Gemarkung – eine uralte Eiche, sehr alter Gerichtsort und heute Austragungsort eines Mittsommerfeuers Ende Juni. Im Tal liegt Windecken, auch dies ein geschichtsträchtiger Ort mit alten Marktrechten und einer kleinen Wasserburg an der Nidder. Es geht weiter über Ostheim nach Butterstadt (ein echtes Bauernkaff) und von dort auf Hammersbacher Gemarkung.

Ab hier bieten sich vorbei an Marköbel alternative Routen Richtung Gründau/Gelnhausen über Hüttengesäß oder durch den Wald nach Ronneburg/Büdingen. Die Tour durch den großen Wald mit den einzigen nennenswerten Steigungen der Strecke zur Ronneburg ist schöner – man wird dort belohnt mit einem rustikalen Restaurant oder einem Café und der grandiosen Aussicht vom Bergfried zurück auf die Skyline von Frankfurt, deren Türme über die hügelige Landschaft hinausragen.

Die gesamte Route findet zum größten Teil auf asphaltierten Wegen statt, im Wald auch auf Schotter. Straßen sind nur zu überqueren, kein einziger Meter muss auf einer Straße mit Autoverkehr absolviert werden. Wer noch nicht müde ist, könnte über den Herrenhaag auch weiter nach Büdingen fahren, eine wunderbare mittelalterliche Stadt mit geschlossener Stadtmauer und altem Schloss, gelegen am Rande des Vogelsbergs. Dafür sollte man aber wirklich gute Kondition mitbringen, oder aber man besteigt dort das Bähnchen Richtung Gelnhausen und von da zurück mit dem Doppelstöcker-Zug nach Frankfurt. Die Hohe Strasse war früher wichtige Handelsroute Richtung Leipzig und auch ein Teil des Bonifatius-Pilgerwegs Richtung Fulda in Osthessen.

http://www.burg-ronneburg.de/

http://www.buedingen.info/sehenswertes/historisches-buedingen.html

Streckenpläne findet ihr im Internet – orientiert euch an meinen Ortsangaben.

http://www.hessenmagazin.de/tipps-fuer-die-freizeit/natur-outdoorspass/173-panorama-radweg-hohe-strasse

 

Tschernobyl – dreißig Jahre danach

Während der neue Sarkophag im ukrainischen Tschernobyl immer noch nicht fertig ist, hoffen die Behörden, dass die gefährliche Strahlung aus dem geschmolzenen Reaktorkern im 31.Jahr nach der Katastrophe dann besser versiegelt sein wird. Die immensen Kosten für diese Operation hat übrigens das Ausland übernommen, zum großen Teil die EU aber auch die USA. Ich erinnere mich noch genau an die Geschehnisse im Jahr 1986 und wie wir erst mit Verzögerung von der Verstrahlung erfuhren, nachdem in Skandinavien, nach Tagen der Untätigkeit in der Sowjetunion, plötzlich exorbitant erhöhte Werte festgestellt wurden. In Deutschland ist bis heute am stärksten Südost-Bayern von der Seuche betroffen. Cäsium 137 findet sich nach wie vor in hoher Akkumulation in Pilzen und im Wild. Der Hot Spot liegt irgendwo zwischen der Oberpfalz und dem  Bayrischen Wald, wo man wirklich weder selbst gesammelte Pilze noch lecker Wildschwein „genießen“ sollte. Aber auch andere Gebiete in Süddeutschland sind immer noch stark betroffen, dies kann lokal sehr unterschiedlich sein.

In Tschernobyl begann eine neue Zeitrechnung.

Was haben sie uns damals gesagt, als wir in Brokdorf demonstrierten und man uns Protestler wie Kriminelle behandelte: in 1000 Jahren gibt es vielleicht mal einen Atomunfall, wenn überhaupt. Atomkraft sei ja sooo sicher und sooo billig – jetzt hatten wir schon drei Havarien in nicht mal 40 Jahren (Harrisburg, Tschernobyl und Fukushima – der Unfall am Ural in den 50er Jahren noch nicht mitgerechnet).  Und der deutsche Steuerzahler darf jetzt auch noch die Abwicklung der alten, längst abgeschriebenen Kraftwerke bezahlen, mit denen sich die Stromkonzerne schon dumm und dusselig verdient haben (plus Anschubfinanzierung des Bundes in den 60er Jahren, inklusive staatlich bezahlter Probereaktoren, z.B. in Kahl vor den Toren Frankfurts).  Ihr werdet sehen, das wird so kommen! Während die Stromkonzerne sogar die Frechheit besitzen, beim Bund auf Entschädigungen zu klagen und kleines, dickes Gabriel dem nichts aber auch gar nichts entgegenzusetzen hat. Auch in Hessen wird so eine Klage bereits vorbereitet, vom Betreiber des Kraftwerks in Biblis gegen die Staatsregierung. Dabei ist das Problem der Lagerung der auf Jahrtausende strahlenden Abfälle natürlich immer noch nicht geklärt,  in keinem Land der Erde. Aber was kümmern uns schon die kommenden Generationen, wir leben doch jetzt – und nach uns die Sintflut…

Das Grauen

Ich hoffe wirklich, dass jetzt in Jerusalem nicht wieder die gleichen Fehler gemacht werden wie so oft vorher und dass sich jetzt nicht wieder diese fatale Spirale aus Gewalt und Gegengewalt in Bewegung setzt ? ! ? !  Aber ich befürchte beinahe den Worst Case…

So schlimm ich den Anschlag auf den Bus finde, so große Sorgen macht mir die Ankündigung Netanjahus, jetzt hart durchgreifen zu wollen. Werden jetzt wieder Häuser von Müttern vermeintlicher oder wirklicher Attentäter in die Luft gesprengt? Oder wird man gleich Bomben auf Gaza werfen? Werden wildgewordene Siedler jetzt das Recht in die eigene Hand nehmen und, wie so oft vorher, Jagd auf vermeintliche oder wirkliche Attentäter machen oder wird man vielleicht irgendwelche armen Teufel foltern, bis sie zugeben, was man hören will…das ist alles so widerlich! Das Eine, wie das Andere. Die Attentate genauso, wie die „Reaktionen“ darauf. Wird das denn nie aufhören? Und warum setzen sich immer die Hardliner durch auf beiden Seiten, die ja stets die Konfrontation suchen? Man könnte in die Luft gehen – das ist ein Teufelskreis erster Güte!

Unser Außenpolitik-Clown Steineule hat sich natürlich nicht entblödet, eilfertig diesen „feigen“ Anschlag zu verurteilen – wie sollte man ihn auch nicht verurteilen? Es läuft   immer nach dem selben, eingeübten politischen Ritual ab. Nur habe ich den Mann leider nie gehört, als im letzten Gaza Krieg von den 2000 toten Palästinensern, allein über 500 Kinder waren. Wer war da „feige“ ?  Von den 63 toten Israelis war ein einziger (!) Opfer einer palästinensischen „Rakete“, über 50 waren Soldaten, und davon mehr als 40 Wehrpflichtige, die man bei der „Bodenoffensive“ verheizt hatte. DAS ist die Sprache der Generäle, die in Jerusalem das Sagen haben. Warum haben nicht all´die vernünftigen Israelis aus Haifa oder Tel Aviv das Sagen, die den Krieg ebenso verabscheuen, wie die Masse der Araber?

Auch dort hält eine relativ kleine Klicke von machthungrigen  MÄNNERN das Heft in der Hand und schickt Töchter und Söhne in eine hoffnungslose Schlacht, gegen einen so grauenhaft überlegenen Gegner. FRAGE: wer liefert beiden Seiten die Waffen für ihr schändliches Tun? SCHWEIGEN…  Warum haben die Eltern der 250 toten Wehrpflichtigen aus dem letzten „Libanonkrieg“ bis heute keine Antwort auf ihre Frage nach dem WARUM aus Jerusalem? Weil die Generäle selbst nicht wissen, was sie da damals verzapft haben bei dieser „Kommandoaktion“ und was es gebracht haben soll – so sieht das aus! Auch erfährt man hier in den Medien leider nie, dass es ständig Demonstrationen gegen die Gewalt und den Krieg gibt – und zwar auf beiden Seiten, sowohl in Israel als auch in Palästina? Und sogar gemeinsam, wie ich von Freunden aus Jerusalem weiß. Das würde hier aber längst nicht so gut ins Bild passen…

Wir Deutschen haben eine SCHULD und so sind wir bis in alle Ewigkeit dazu verdammt, alles klasse zu finden, was ein israelischer Staat fabriziert. Egal ob das noch demokratisch zugeht, ob gegen das Völkerrecht verstoßen wird oder dort schlicht eine Minderheit eine Mehrheit dominiert mit immer neuen, aberwitzigen Koalitionen des Schreckens. Auch dies gilt wohl für beide Seiten!  Unter Obama gab es zum ersten mal einen kleinen Riss in der scheinbar unauflöslichen  Waffenbrüderschaft zwischen den USA und Israel – aber das wird auch bald vorbei sein. Die alte gegenseitige Vasallen Treue habe ich dagegen noch nie verstanden. Die Araber haben in Europa sowieso keine Lobby, es sei denn, sie sitzen auf Bergen von Öl: da macht man dann gerne mit den größten Verbrechern Geschäfte. Der Rest: Terroristen – so einfach geht das! Es ist hoffnungslos… Ich fühle mit den Menschen auf beiden Seiten der Mauer dort, die einfachen Menschen, die darunter zu leiden haben, was ihre politischen und militärischen „Führer“ jetzt wieder beschließen werden. Und dann geht alles von vorne los. Und  wieder werden Mütter ihre Söhne und Töchter beweinen, und es wird noch mehr Hass und Gewalt geben, bis in alle Ewigkeit – es ist zum Verzweifeln!

Diesen Text widme ich „Bandora“ aus Jerusalem – ich weiß, dass es auch andere Menschen gibt bei euch! Nur leider habt ihr nicht die Macht…