Die „große“ Koalition

ODER: WIE VERKAUFE ICH EINEN KLEINSTEN GEMEINSAMEN
NENNER ALS GROSSARTIGE EINIGUNG ZWISCHEN „FREUNDEN“ ?

Die kleineren Parteien dürfen, wollen oder können nicht regieren, also werden wir mit dem vermeintlich geringeren Übel beglückt. Was da aber aus Berlin herüberschallt in den Westen der Republik lässt mir die Haare zu Berge stehen. Wenn das in den noch anstehenden echten Koalitions-Verhandlungen festgeklopft werden sollte, dann gute Nacht. Ich sehe Stillstand, Wegsehen vor Problemen und aggressiven Konservatismus!

Das Bild der anschließenden Pressekonferenz war für mich symptomatisch: Der hochgewachsen Vertreter der kleinsten Partei neben der geschrumpften Kanzlerin und in der Ecke zerzaust der Vertreter des „Juniorpartners“. Diese sich früher einmal „Volksparteien“ nennenden Verlierer der Wahl wollen sich also noch vier weitere Jahre irgendwie durchlavieren: hauptsache Pöstchen und Mandate sind gesichert.

Die Gewinner der Wahl (rechte wie linke) sitzen allesamt in der Opposition! Verkehrte Welt, aber ein perfekter Indikator für den Zustand des Parlamentarismus in diesem Land: ich sehe nichts Gutes auf uns zukommen für die nächste Zukunft…

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Blässhuhn

Coot

Ich liebe die Wasserhühner. Leider sind sie in manchen Gegenden schon recht selten geworden. Doch manchmal im Winter, wenn es stark friert, dann versammeln sich diese Rallen in großer Zahl auf eisfreien Gewässern, wie dem Main (foto – Henry Huges).

J.W.v. Goethe

 

Nachts, wann gute Geister schweifen,
Schlaf dir von der Stirne streifen,
Mondenlicht und Sternenflimmern
Dich mit ewigem All umschimmern,
Scheinst du dir entkörpert schon,
Wagest dich an Gottes Thron.

Aber wenn der Tag die Welt
Wieder auf die Füße stellt,
Schwerlich möcht er dir’s erfüllen
Mit der Frühe bestem Willen;
Zu Mittag schon wandelt sich
Morgentraum gar wunderlich.