Ovid

 

Keines verbleibt in derselben Gestalt, und Veränderung liebend
Schafft die Natur stets neu aus anderen andere Formen,
Und in die Weite der Welt geht nichts – das glaubt mir – verloren;
Wechsel und Tausch ist nur in der Form. Entstehen und Werden
Heißt nur anders als sonst anfangen zu sein, und Vergehen
Nichts mehr sein wie zuvor. Sei hierhin jenes versetzet,
Dieses vielleicht dorthin: im Ganzen ist alles beständig.

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Papageientaucher

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Das Wohl und Wehe dieser Art hängt von ihren Futterfischen ab, kleinen Glasaalen, die sie vor der Küste Schottlands oder Islands fangen. Gibt es diese Glasaale nicht, dann müssen die Jungen, die in Erdhöhlen aufgezogen werden, elendiglich verhungern. Durch die Erwärmung der Meere kommt es auch im Nordatlantik zu Verwerfungen: kälteliebende Fischarten ziehen sich zurück und andere Arten rücken nach. Aber die Papageientaucher können sich nicht umstellen, größere Fische können sie nicht fangen mit ihren speziellen Schnäbeln. So wird mit dem Ausbleiben der Glasaale auch diese wunderbare Vogelart über kurz oder lang verschwinden… (fotos – GoldenBright)

https://www.flickr.com/photos/jinliangnynj/35808119862/

JOHN COLTRANE

Heute vor 50 Jahren starb einer der großen Erneuerer des Jazz viel zu früh. Es ist allerdings erstaunlich, wie stark sich John Coltranes Stil schon in den fünf Jahren verändert hatte, die zwischen diesen zwei Live-Aufnahmen liegen. 1960 in meinem Geburtsjahr spielte er noch recht brav, während 1965 der Freejazzer voll erwacht war. In diesen wenigen Jahren tat sich so viel, wurden unzählige Platten in unterschiedlichsten Formationen und Besetzungen aufgenommen. Man staunt heute, wie die Musiker damals dieses Pensum schaffen konnten, zumal ja nebenher noch ständig in Clubs gespielt werden musste, um das tägliche Brot zu verdienen.

„Ich strebte nach einem weit ausholenden Sound und wollte die zu einem Akkord gehörigen Skalen ganz ausreizen. Also spielte ich sie sehr schnell, so dass sie manchmal schon wie Glissandi klangen. Auch dachte ich in Tongruppen, nicht in einzelnen Tönen. Ich probierte, diese Gruppen auf die Akzente zu platzieren und dabei die starken Taktschläge zu betonen. So konstruierte ich eine Linie und hob Töne hervor – eine lange Linie mit einigen herausgehobenen Akzenten im Zuge der Bewegung…“

John Coltrane