Obamas letzte gute Tat

Mit der Begnadigung von Chelsea Manning, die in der Haft schon zweimal versucht hatte, sich das Leben zu nehmen, machte Barack Obama einen letzten, honorigen Schachzug, bevor morgen der böse Clown die Bühne betritt. Statt noch 30 Jahre im Knast zu schmoren, kommt die Whistle-Blowerin nun im Mai frei. Es hätte Obama allerdings gut angestanden, wenn er auch im Fall Edward Snowden Weisheit und Großmut hätte walten lassen. Denn Snowden hat den USA und ihren Verbündeten im Grunde einen großen Dienst erwiesen. Dass dies auch mit Peinlichkeiten für die Amerikaner verbunden war, ließ sich nun mal nicht vermeiden.

Snowden wäre von Honkong aus auch garantiert nicht zu den Russen geflüchtet, wenn man ihm damals einen fairen Ausweg offeriert hätte. Die Rolle Berlins in dieser Affäre ist ebenfalls keine Gute. Wir hätten Snowden aufnehmen können, sogar müssen – denn er sollte eigentlich vor dem Untersuchungs-Ausschuß zum Daten-Skandal mit den USA aussagen. Dies war aber wohl beiden Seiten, Washington und Berlin, eher unangenehm, wäre doch herausgekommen, was wir eh schon wissen: nämlich, dass der deutsche Verfassungschutz der NSA freiwillig Daten der eigenen Bürger überantwortet – die sind also auf „böse“ Spionage gar nicht angewiesen!

Mein Fazit von Obamas Präsidentschaft bleibt zwiespältig. Besonders übel nehme ich ihm die Ausweitung von Bushs schmutzigen Drohnen-Krieg, dies teilweise auch noch mit Operatern von deutschem Boden aus. Des weiteren ist ihm nicht gelungen, das schändliche Lager auf Kuba zu schließen. Dort schmoren immer noch Unschuldige seit jetzt über 15 Jahren gegen jedes Völkerrecht und auch entgegen Paragraphen der amerikanischen Verfassung, wie sogar von amerikanischen Richtern festgestellt!  Auch in der Ausspäh-Affäre gegenüber Deutschland und Frankreich machte Obama keine gute Figur (aber Schwamm drüber, spioniert wird immer, das wissen wir alle, macht ja der deutsche Geheimdienst auch…).

Trotzdem werden wir Barack Obama und seiner wunderbaren Gattin Michelle noch bittere Tränen hinterher weinen, denn der Stil im Weißen Haus war doch so anders, als unter Bush Junior oder jetzt sicher wieder unter einem Trampel Trump. Obama wat ein intellektueller Präsident, wie ihn die Vereinigten Staaten seit dem Krieg nicht hatten und sicher auch für lange Zeit nicht mehr haben werden. Selbst Kennedy sieht in der Rückschau neben ihm blass aus. Michelle war ihm als First Lady absolut ebenbürtig! Ich kann mich an keine First Lady erinnern, die so präsent war im täglichen Diskurs – und dies ging weit über rein repräsentative Dinge hinaus. Morgen wird ein bitterer Tag für die USA und die Welt. Ich hoffe, auch Trumps Wähler werden noch merken, dass sie einem üblen Blender aufgesessen sind…

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11 Gedanken zu “Obamas letzte gute Tat

    1. @Macabros
      das wird ihnen jetzt auch nichts mehr nützen –
      hätten sie sich nicht von dem Lügenclown ein-
      wickeln lassen, wäre der ganzen Welt das nun
      kommende Desaster erspart geblieben…

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        1. Wenn es nur die Amerikaner beträfe, wäre es mir ja vielleicht noch egal. Aber es werden demnächst in Washington für UNS existentielle Dinge entschieden, von einem Mann, der nur sein Ego, aber nicht die Welt kennt. Das macht mir große Sorgen ! 🙄

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