V O L L M O N D

Morgen Mittag um 12.33 ist Vollmond. Also gehen wir diese Nacht darauf
zu und nächste Nacht schon wieder weg. Vorhin sah ich den Mond kurz,
ich würde sagen es fehlte nichts mehr. Nach dem ganzen Regen wird es
jetzt wohl Glatteis geben. Schaut mal raus: wenn ihr Glück habt, seht ihr
den Mond! Ein schöner Anblick, auch die Fixsterne waren gut zu sehen.
Die Luft ist sehr klar nach dem windigen Tag.

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Kollidierende Galaxien

Über eine Milliarde Lichtjahre entfernt spielte sich dieses Drama ab: zwei gasreiche Spiralgalaxien sind ineinander gekracht. Dies blüht übrigens auch unserer Milchstraße, denn wir bewegen uns auf die Nachbargalaxie zu – aber keine Sorge, die Erde gibt es dann längst nicht mehr.  😉

(foto – ESA/Hubble/NASA)

Emily Dickinson

IF I CAN STOP

If I can stop one heart from breaking,
I shall not live in vain;
If I can ease one life the aching,
Or cool one pain,
Or help one fainting robin
Unto his nest again,
I shall not live in vain.

Das Weiße Haus und der Clan

Es wird immer klarer, dass wir uns nach Obamas Abschiedsrede gestern, auf sehr ungewöhnliche Zeiten mit den USA einstellen müssen. Vielleicht noch nie dagewesene Klüngel bahnen sich dort an. Je mehr ich mir die Chose betrachte, desto skeptischer werde ich. Was kommt auf Amerika und die Welt zu? Ein Twitter Präsident, der nach eigenen Angaben nie ein Buch in die Hand nimmt und nicht mal die Länder Europas, geschweige denn Afrikas oder Asiens auseinander halten kann. Der jetzt auch noch seinen eigenen Schwiegersohn mit in die Regierung aus rechten Generälen und Lobbyisten, alten weißen Männern, nimmt. Ein Präsident, der Moslems und Mexikaner hasst, wo ein Viertel der Weltbevölkerung Moslems sind und die Grenze zu Mexiko tausende Kilometer an die USA angrenzt, Millionen Hispanics im Lande leben.

Wie soll das alles gehen?  Darf so jemand die Hand am roten Knopf haben. Ein Choleriker, der heute dies und morgen das denkt und sagt und zu unkontrollierten Wutausbrüchen neigt – was interessiert mich mein Geschwätz von gestern? Und sich jetzt auch noch von Putins Moskau einwickeln lässt. In der neuen Regierung gibt es ja nur wenige Politprofis, geschweige denn Diplomaten, die sich auf dem internationalen Parkett auskennen. Das sind alles Manager, Milliardäre und Generäle. Die wissen vielleicht, wie man einen Vertrag wasserdicht abschließt oder einen Krieg führt, aber von Diplomatie hat dort keiner eine Ahnung, den Chef ganz zu oberst mit eingeschlossen.  Wenn er die Welt so regieren will, wie sein eigenes Imperium, dann wird Trump baden gehen und wir leider mit ihm. Das werden schwierige Jahre für Europa und die Welt…

UPDATE:  Zur Zeit läuft gerade die erste Pressekonferenz des designierten Präsidenten. Ich konnte nicht länger als fünf Minuten zuhören. Es ist so deppert und naiv, was der Mann erzählt (um nicht „erschütternd“ zu sagen). Trump will jetzt also wirklich „die Mauer bauen“, obwohl da ja längst ein vier Meter hoher Dreifachzaun steht – und die Mexikaner sollen es auch noch bezahlen. Glaubt er allen Ernstes, dass Mexiko diesen Schwachsinn freiwillig finanziert? Und auch eine Mauer wird nicht unüberwindlich sein, zumal es aus geographischen Gründen gar nicht möglich ist, sie durchgehend zu bauen. Wer bitte hütet in Zukunft die Kinder der reichen Amerikaner, erntet ihre landwirtschaftlichen Produkte zu Spottlöhnen oder arbeitet in der Gastronomie und der Security-Branche, wenn alle Mexikaner gehen müssen? Machen die Jobs dann die weißen Großkopferten – wohl kaum?

Die Zölle sollen massiv erhöht werden – also wieder der alte Protektionismus, der Amerika noch immer in die Krise führte. Walmart kann jetzt schon anfangen Filialen zu schließen, wenn sie wirklich auf ihre 70% chinesische Produkte solch hohe Abgaben zahlen müssten. Ob sich Trump das alles richtig überlegt hat? Will und muss nicht Amerika ebenso Produkte in alle Welt verkaufen, um zu leben? Was, wenn darauf jetzt auch exorbitante Zölle zu zahlen wären, da ja die Handelsabkommen gekündigt werden? Und so wird es kommen! Ganz schnell hat man damit die eigene Wirtschaft abgewürgt, total kontraproduktiv. Sowas haben wir vor 40 Jahren schon in der Schule gelernt. Aber Trump liest ja keine Bücher. An die Nato und eine  Sicherheitspolitik will ich gar nicht denken. Wer weiß, wo jetzt wieder der nächste Krieg angefangen wird – die Generäle lecken sich schon die Lippen? Und als Kanonenfutter hingehen müssen dann erneut arme Burschen aus dem Mittelwesten oder Schwarze aus den Ghettos der Großstädte im Osten. Es ist immer das gleiche Elend.

UPDATE II:

Präsident Peña Nieto sagte jetzt klipp und klar, Mexiko werde „niemals etwas akzeptieren, das unserer Würde als Land und unserer Würde als Mexikaner zuwiderläuft“. „Es ist offensichtlich, dass wir einige Differenzen mit der nächsten Regierung der Vereinigten Staaten haben, etwa das Thema der Mauer, für die Mexiko NATÜRLICH NICHT bezahlen wird“.
DAS WÄRE JA AUCH NOCH SCHÖNER… 😉

Janis & Jimi – eine alte Liebe

Als die Beiden im Spätsommer/Herbst 1970 kurz hintereinander, viel zu früh starben, war ich noch zu jung, um sie mal live gesehen zu haben. Aber Janis Joplin und Jimi Hendrix sollten meine Jugend noch nachhaltig prägen. Letzterer hatte sein abschließendes Live Konzert der Europa Tour ausgerechnet auf Fehmarn, also ganz in unserer Nähe, bevor er wenig später in London starb. Aber es gab ja zum Glück Schallplatten, so dass ich in den folgenden Jahren, als meine Klassenkameraden Glam-Rock Bands oder Stones hörten, tief in die Materie der beiden zu früh gegangenen Superstars eintauchen konnte.

Im Falle von Janis steht natürlich ganz oben das tolle Doppelalbum von „Capitol“, welches ihre beiden letzten Begleitbands live featured. Ich weiß nicht, wie oft ich diese zwei Scheiben hoch und runter gehört habe. Ich konnte jedes Lied auswendig! Zu Jimi gab es eine Fülle von postumen Neuerscheinungen in den frühen 70er Jahren. Jeder, der mal was mit ihm aufgenommen hatte, veröffentlichte jetzt mehr oder minder qualitätsvolle Tracks. Es gab ja verschiedene Besetzungen und mehrere beteiligte Plattenfirmen sowohl in den USA als auch in England. Aus dieser Zeit bewahre ich bis heute einige heißgeliebte Schätze auf.

Hugo v. Hofmannsthal

W O L K E N

Am nächtigen Himmel
Ein Drängen und Dehnen,
Wolkengewimmel
In hastigem Sehnen,

In lautloser Hast
– Von welchem Zug
Gebietend erfasst? –
Gleitet ihr Flug,

Es schwankt gigantisch
Im Mondesglanz
Auf meiner Seele
Ihr Schattentanz,

Wogende Bilder,
Kaum noch begonnen,
Wachsen sie wilder,
Sind sie zerronnen,

Ein loses Schweifen
Ein Halb-Verstehn
Ein Flüchtig-Ergreifen
Ein Weiterwehn

Ein lautloses Gleiten,
Ledig der Schwere,
Durch aller Weiten
Blauende Leere.