Baum wirbt um Mäßigung

KEINE GESETZESVERSCHÄRFUNGEN GEGEN DEN TERRORISMUS

Gerhard Baum war auch mal Innenminister der Bundesrepublik Deutschland – vor 40 Jahren, zur aktiven Zeit der RAF. Terror ist ja nichts neues in unserem Land, ob nun von links oder von rechts – oder eben jetzt von islamistischen Fanatikern. Trotzdem bittet Baum Politik und Medien um Mäßigung im Bezug auf das Attentat in Berlin. Er findet es schäbig, wenn Anschläge wie in der Hauptstadt politisch instrumentalisiert werden. Einige in Politik und Medien reagierten so, als hätten sie geradezu darauf gewartet, dass etwas passiert. Eine Änderung der Flüchtlingspolitik ist für Baum nicht angezeigt. Der FDP Mann alter Schule steht noch für eine Zeit, als das Wort liberal etwas bedeutete und nicht Deckmäntelchen für rechte Umtriebe war. Gerhard Baum war einer der Wenigen, die damals bei der „Wende“ 1982, Helmut Kohl nicht ihre Stimme gaben.

Man dürfe sich heute nicht irgendwelchen Verführungen hingeben, die Werte unseres Grundgesetzes zur Disposition zu stellen. Forderungen, etwa nach dem Einsatz der Bundeswehr im Innern oder nach der Aufhebung des Arztgeheimnisses, bezeichnete Baum als völlig unsinnig. Das seien Symbolhandlungen, die lediglich dazu dienten, die Wähler zu beruhigen. „Ich kann nur lachen, wenn ich jedes Mal dieselben Forderungen höre.“ Der Mann spricht mir aus der Seele!  „Wir müssen gegen die Angst arbeiten.“ Wenn in einem Land, das für den Holocaust verantwortlich sei, wieder Fremdenfeindlichkeit um sich greife, dann dürfe man nicht Zuschauer bleiben. Bravo!

„Das Grundgesetz lebt nur, wenn wir es täglich verwirklichen.“ Hört, hört ihr Leute von der CSU und AfD! „Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern selbst innerhalb Europas, leben wir auf einer Insel der Glückseligen. Bei allem Schlimmen, was passiert ist, dürfen wir das nie vergessen! Wir müssen uns auch hüten vor Pauschalurteilen gegenüber Menschen anderer Rasse und  anderer Religionen“. Dies sollten sich vielleicht mal alle rechten Scharfmacher und Populisten hinter die Ohren schreiben, die jetzt nach dem Attentat von Berlin wieder versuchen, ihr eigenes, politisches Süppchen auf dem Rücken der Opfer zu kochen. Danke Herr Baum.

Zusammenfassung eines Interviews mit dem Deutschlandfunk

 

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