Christian Morgenstern

S C H A U D E R

Jetzt bist du da, dann bist du dort.
Jetzt bist du nah, dann bist du fort.
Kannst du’s fassen? Und über eine Zeit
gehen wir beide die Ewigkeit
dahin – dorthin. Und was blieb? …
Komm, schließ die Augen und hab mich lieb!

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Clouds

Cirrus lenticularis

Cirrus Wolken mit einem leicht föhnigen Einschlag (lenticularis), so relativ selten zu sehen, wahrscheinlich ist irgendwo ein Berg in der Nähe…

(foto – Ian Jacobs)

Marswetter

Die Animation der Nasa zeigt, wie unterschiedlich sich die Atmosphäre des Planeten Mars aufheizt, je nach Vorkommen und Intensität der saisonal auftretenden Sandstürme. Dies kann eine Differenz von bis zu 30°C ausmachen, da staubigere Luft mehr Wärme der Sonne absorbieren kann, als Klare. Rot steht hier für die wärmsten Zonen und geht über Gelb&Grün bis zu Dunkelblau für sehr kalt. Der farbige Querschnitt entspricht einer Höhe von 50 km in der Atmosphäre:

(foto & animation – NASA/JPL-Caltech/MSSS)

Hyänen

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Hyänen haben zu unrecht einen Ruf als Aasfresser. Sie sind sehr geschickte Jäger und müssen im Gegenteil ihre Beute oft an Löwen abtreten. Allerdings darf es auch umgekehrt laufen. Wenn genug Rudelmitglieder zusammen kommen, kann man manchmal den Löwen oder Geparden das frisch geschlagene Wild abjagen. So ist das in der Steppe, jagen und gejagt werden. Aas fressen grundsätzlich alle Raubtiere, wenn der Magen zu sehr knurrt. Auch Löwen oder Leoparden machen das, wenn es ums Überleben geht. Denn nicht immer ist der Tisch reich gedeckt. Hyänen haben zudem eine sehr hoch organisierte Sozialstruktur in ihren weiblich dominierten Clans.  Mütter, Schwestern, Tanten halten ein Leben lang zusammen – die Männchen haben nicht viel zu sagen in den Rudeln. Mit ihren überaus eindringlichen Rufen können die Clanmitglieder über viele Kilometer kommunizieren und gegebenenfalls Unterstützung herbei zitieren: da hat sich schon manches Löwenrudel gewundert, wieviele Hyänen plötzlich um ihren sicher geglaubten Riss versammelt waren…

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Auch eine Hyäne braucht mal eine Abkühlung
– rechts ein halberwachsenes Jungtier.

(fotos – Mike Cotterill)

 

Kurt Tucholsky

A U S

Einmal müssen zwei auseinandergehn;
einmal will einer den andern nicht mehr verstehn –
einmal gabelt sich jeder Weg – und jeder geht allein
wer ist daran schuld?
Es gibt keine Schuld. Es gibt nur den Ablauf der Zeit.
Solche Straßen schneiden sich in der Unendlichkeit.
Jedes trägt den andern mit sich herum –
etwas bleibt immer zurück.

Einmal hat es euch zusammengespült,
ihr habt euch erhitzt, seid zusammengeschmolzen und erkühlt
– Ihr wart euer Kind. Jede Hälfte sinkt nun herab –
ein neuer Mensch.

Jeder geht seinem kleinen Schicksal zu.
Leben ist Wandlung. Jedes Ich sucht ein Du.
Jeder sucht seine Zukunft. Und geht mit stockendem Fuß,
vorwärtsgerissen vom Willen, ohne Erklärung und ohne Gruß
in ein fernes Land.