Der Bundesanwalt und Berlin in Erklärungsnot

RANGE GERÄT WEITER UNTER DRUCK

Es ist schon ein Witz in Tüten, dass der Generalbundesanwalt jetzt gegen Beckedahl und netzpolitik.org ermittelt, in der viel schlimmeren NSA Affäre aber keinesfalls Handlungsbedarf erkennen wollte. Ganz klar ist, dass hier Journalisten und Blogger eingeschüchtert werden sollen. Der BND als Stichwortgeber hat längst ein Eigenleben entwickelt, dass keiner mehr zu bändigen vermag. Weder Parlament und Regierung oder die Gerichte steigen noch durch, was in diesem Amt eigentlich vor sich geht und es gibt keinerlei Kontrollmechanismen. Das ganze erinnert mich fatal an die Spiegelchose in den 60ern, als auch „Hochverrat“ geschrien wurde, aber am Ende der zuständige Minister Strauß seinen Hut nehmen mußte, weil er sich und seine Macht überschätzte.. Auch wenn Range die Anklage jetzt erstmal „ruhen“ lassen will, ist höchste Vorsicht geboten, wie die Sache später weiter gegen wird. Wenn selbst der Innenminister nichts von dieser Geschichte gewußt haben will und der Justizminister seine Missbilligung äußert, fragt man sich schon, wer dies Land eigentlich regiert – unsere Minister unter Kanzlerin Merkel oder die Geheimdienste?

https://netzpolitik.org/2015/moegliche-nebelkerze-generalbundesanwalt-laesst-ermittlungen-ruhen/

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Ein fehlendes Protein bei Walen wirft Fragen auf

Zahnwalen wie Orkas, Pottwalen oder Delfinen mangelt es in allen Zellen an sogenannten Mx-Proteinen. Diese Eiweißmoleküle erkennen Bestandteile von Influenzaviren oder von HIV und verhindern, dass sich diese Erreger im Organismus ausbreiten können. Der fehlende Abwehrmechanismus gegen Viren könnte die Ursache dafür sein, dass Zahnwale immer wieder unerwartet und ohne erkennbare Ursache sterben. Im Erbgut fast aller Säugetiere haben sie Gene für die Mx-Abwehrproteine gefunden. Bei den Zahnwalen waren diese aber so verändert, dass sie keine funktionierenden Proteine bilden können. Nach Ansicht der Forscher könnte ein Urahn der Zahnwale vor 33 bis 37 Millionen Jahren von Viren infiziert worden sein, für die die Mx-Gene zum Überleben essentiell waren. Es hätten daher nur jene Tiere einen evolutionären Vorteil gehabt, deren Mx-Gene so verändert waren, dass sich die Erreger nicht im Organismus verbreiten konnten. Allerdings ist es schon erstaunlich, dass die Zahnwale dann ohne den Abwehrmechanismus der Mx-Proteine Millionen von Jahren überleben konnten.

http://www.pnas.org/content/early/2015/06/09/1501844112.abstract

Francoise Hardy

Dieser Ohrwurm erinnert mich an meine Kindheit in den 60er Jahren.

COMMENT THE DIRE ADIEU?

Sous aucun prétexte je ne veux
Avoir de réflexes malheureux
Il faut que tu m’expliques un peu mieux
Comment te dire adieu

Mon coeur de silex vite prend feu
Ton coeur de pyrex résiste au feu
Je suis bien perplexe je ne veux
Me résoudre aux adieux

Je sais bien qu’un ex amour
N’a pas de chance ou si peu
Mais pour moi
Une explication vaudrait mieux

Sous aucun prétexte je ne veux
Devant toi surexposer mes yeux
Derrière un Kleenex je saurais mieux
Comment te dire adieu
Comment te dire adieu

Tu as mis à l’index
Nos nuits blanches
Nos matins gris-bleu
Mais pour moi
Une explication vaudrait mieux

Sous aucun prétexte je ne veux
Devant toi surexposer mes yeux
Derrière un Kleenex je saurais mieux
Comment te dire adieu
Comment te dire adieu
Comment te dire adieu

Wolf und Luchs wieder in Hessen

Seit einigen Jahren häufen sich die Sichtungen in unserem Bundesland oder es werden tote Tiere gefunden. Es ist nicht mehr wegzudiskutieren, der Wolf ist in Hessen angekommen und man kann auch nicht mehr, wie noch vor 10 oder 20 Jahren, von Ausnahmen reden. Allein in diesem Jahr kam es schon zu vier bis fünf Sichtungen an verschiedenen Orten in Nord- und Westhessen. Zwei Wölfe wurden leider auch angefahren. Der Eine direkt an der Stadtgrenze zu Frankfurt, nähe Stadtteil Eckenheim, der Andere im oberen Kinzigtal zwischen Wächtersbach und Steinau. Wo tote Wölfe sind, gibt es sicher auch noch Exemplare, die mehr Glück hatten. Schon kommen erste besorgte Wortmeldungen vom Jagdverband. Obwohl man den Wolf nicht als Konkurent sieht, scheint er doch irgendwie zu stören.

Ähnlich war es auch schon beim Luchs, der ja wieder im Spessart lebt, belegt durch Fotofallen, den Ruf und aufgefundene Beutekadaver. Auch hier kam es leider schon zu ersten „versehentlichen“ Abschüssen durch unbelehrbare Jäger. In einem Fall wurde sogar versucht die Tat zu vertuschen – man vergrub den toten Luchs einfach, aber aufmerksame Spaziergänger entdeckten den Frevel. Für den Schützen wird es jetzt teuer – aber das macht den Luchs natürlich nicht wieder lebendig. Ähnliches befürchte ich für die Wölfe. In der Bevölkerung ist man bis jetzt erstaunlich gelassen, aber Tierhalter und Jäger sind das „Problem“ für den Wolf. Es ist schon die Rede von „vergrätzen“ und „umsetzen“. Wohin denn umsetzen? Wer möchte in seiner Nähe einen Wolf ausgesetzt bekommen. Das ist ein Unsinn! Die Wölfe suchen sich schon den ihnen genehmen Raum – man muss sie nur gewähren lassen. Für etwaige Verluste der Schafhaltern gibt es einen Fonds beim Staat Hessen. Alles kein Problem!

Für den Mensch ist der Wolf defintiv keine Gefahr, man muss nur die Bevölkerung richtig aufklären. Ich hoffe, dass der Wolf und auch der Luchs bei uns eine Chance bekommen. Die Tiere spielen schließlich im Wald eine Gesundheitspolizei. Auch Luchs und Wolf ernähren sich von Mäusen oder Aas, wenn es sein muss. Und wenn der Jäger das eine oder andere Reh weniger schießt, dann ist das kein Weltunterang. Wölfe könnten auch helfen, die Wildschweine zu dezimieren, die sich sehr stark vermehrt haben. Ich bin überzeugt, dass diese Tiere im waldreichsten Bundesland Deutschlands eine Überlebenschance hätten, wenn man sie denn ließe.

wolfs head

(foto – davidson)

lynx

(foto – Mathias Appel)

Large Hadron Collider

Nach einer über zweijährigen Umbau- und Wartungsphase hat der größte Teilchenbeschleuniger und Speicherring der Welt seinen eigentlichen Betrieb wiederaufgenommen. Es werden jetzt  wieder zwei entgegengesetzt umlaufende Protonenstrahlen im LHC zur Kollision gebracht – dies  bei einem neuen Energierekord von 13 Teraelektronenvolt! Ein Teraelektronenvolt entspricht zwar nur der Bewegungsenergie einer fliegenden Mücke, die Energie im LHC konzentriert sich jedoch auf eine Fläche, die lediglich ein Billionstel der Größe einer Mücke hat. Bei den dabei enstehenden Teilchenkollisionen simuliert man für einen kurzen Augenblick Bedingungen, wie sie Billionstel Sekunden nach dem Urknall vor 13,7 Milliarden Jahren geherrscht haben sollen. Mit der jetzt aufgerüsteten Maschine und den generalüberholten vier Detektoren Atlas, CMS, LHCb und Alice erwarten die Forscher neue Erkenntnisse über das vor drei Jahren nachgewiesene Higgs-Teilchen. Darüber hinaus hofft man, ganz neue Teilchen und unbekannte physikalische Phänomene aufzudecken. Denn es sind immer noch viele Fragen offen – so ist z.B. unklar, warum es im Universum Materie gibt, aber keine Antimaterie, obwohl doch beides ursprünglich zu gleichen Teilen aus dem Urknall hervorgegangen sein soll. Warum gibt es die vier Naturkräfte und woraus besteht die dunkle Materie nun eigentlich, die zwar den überwiegenden Teil des Kosmos ausmacht, aber selbst mit den leistungsfähigsten Teleskopen nicht gesehen werden kann? Der LHC war erst am 5. April dieses Jahres nach einer fast zweijährigen Pause in die neue Testphase getreten. Während anfangs noch vergleichsweise wenige Teilchenpakete mit je etwa 100 Milliarden Protonen im LHC unterwegs waren, soll die Anzahl in den kommenden Monaten auf 2800 Pakete pro Teilchenstrahl ansteigen. Dabei werden dann bis zu eine Milliarde Kollisionen pro Sekunde erzeugt. Die neue Energie von 13 TeV bedeutet fast eine Verdopplung der alten Kapazität. Dadurch werden die Wissenschaftler in die Lage versetzt, das Higgs-Boson viel besser zu vermessen. Es wäre aber auch durchaus möglich, völlig neue Teilchen zu entdecken. Die Auswertung der enormen Menge an Daten wird allerdings dann mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Also warten wir mal ab, wie es weiter geht und ob es nicht zu neuen Störungen kommt, was auch nie völlig auszuschließen ist.

Seltener weißer Schweinswal in der Ostsee aufgetaucht

Schweinswale sind die einzigen Wale, die regelmäßig in der Ostsee vorkommen. Sie werden bis zu zwei Meter lang und bis 80 Kilogramm schwer. Und sie sind sehr neugierig. Schweinswale sind auf der Oberseite dunkel, an der Unterseite des Körpers heller gefärbt. So sind sie für Fressfeinde von oben – gegen den dunklen Untergrund – und von unten – gegen den hellen Himmel – schwer auszumachen. Doch das Anfang Juni gefilmte Tier ist ein Albino, der wegen eines Gendefekts nicht die normale Pigmentierung der Haut aufweist. Mit ihrer auffälligen Färbung ist es für Albinos schwerer als für ihre Artgenossen, hungrigen Orcas oder Großen Tümmlern zu entkommen. Soziale Nachteile sollten die Tiere durch die abweichenden Färbung allerdings nicht haben. Von ihren Artgenossen werden Albino-Schweinswale nicht als Sonderlinge wahrgenommen. Leider sind die  Schweinswale in der Ostsee auch schon bedroht, besonders in dänischen und deutschen Gewässern. Denn hier ist der Stress durch Schiffsverkehr, Baumaßnahmen an Windrädern und Fischerei teilweise immens. Es werden immer wieder tote Tiere an der Küste gefunden.

Bienen im Dauerstress

Die Imker schlagen Alarm! Auch der letzte Winter brachte wieder Verluste bei den Bienenvölkern bis zu 40%, normal wären 15%. Es war der zweite sehr milde Winter in Folge und dies begünstigt den Quälgeist der Honigbiene, die Varoamilbe. Allerdings ist für das Bienensterben ein ganzes Bündel von Faktoren verantwortlich, denn die Varoamilbe gibt es bereits seit Anfang der 80er Jahre in Deutschland und die Bienen kamen durchaus klar mit dem Befall. Schlimmer sind Ausfälle durch neue Spritzmittel, insbesonder mit dem Inhaltsstoff Nikotin, oder Beizmittel im Saatgut, deren Spuren im Ackerstaub dann auf Blüten bzw. in die Bienenstöcke gelangen. Den Bienen macht auch die immer ausgeprägtere Fragmentierung unserer Industrielandschaft stark zu schaffen. Dazu kommt die Tendenz zu immer größeren Monokulturen und nur wenigen Sorten in ausgeräumten Feldfluren. Diese Faktoren produzieren Stress bei den Bienen, der in Verbindung mit den Umweltgiften und dem Schädlingsbefall in der Summe zu den hohen Ausfallzahlen führt. Was uns in einigen Jahren blühen könnte, sieht man heute schon in den Vereinigten Staaten. Dort kommt es  in manchen Gegenden mitunter zu Verlusten bis zu 100% . Auch die Wanderimker können dann nicht mehr helfen, denn sie sind ebenso von den katastrophalen Auswirkungen des Umweltstress´auf die Bienen betroffen. Dazu kommt die große Trockenheit in vielen Gebieten der Staaten. Im deutschen Südwesten ist es inzwischen auch schon zu trocken, ebenso in der Mark Brandenburg. Die letzten beiden Jahre waren dort die trockensten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Darunter leidet der Wald und die Felder sind extrem ausgedörrt. All dies hat auch Auswirkungen auf die Bienenpopulationen. Es ist bereits fünf vor zwölf! Ohne Bienen können wir nicht leben. Zumindest bei den Umweltgiften und der vielfältigeren Gestaltung der Agrarflächen könnten wir positiv eingreifen – aber es müßte der Wille dazu da sein. Im Moment sehe ich viel Gleichgültigkeit bei der Agrarlobby.

Glas auf dem Mars

Auf Aufnahmen der NASA-Sonde „Mars Reconnaissance Orbiter“ (MRO) konnte jetzt an den Hängen der zentralen Berge in mehreren Einschlagskratern Glas nachgewiesen werden. Die Forscher gehen davon aus, dass das Glas durch die enorme Hitze beim Aufprall von Meteoriten entstanden ist. Wissenschaftliche Untersuchungen an terrestrischem Impakt-Glas konnten konservierte Fragmente früheren Lebens nachweisen. So entdeckten Forscher von der Brown University in Providence, Rhode Island, organische Moleküle und Pflanzenmaterial, die bei einem Meteoriteneinschlag vor mehreren Millionen Jahren im heutigen Argentinien in Glas eingeschlossen wurden. Man hofft nun, dass in dem auf Mars gefundenen Glas eventuell ebenfalls Hinweise auf früheres Leben auf dem Roten Planeten konserviert sein könnten.

http://mars.nasa.gov/mro/news/whatsnew/index.cfm?FuseAction=ShowNews&NewsID=1827

faszinierende, detailreiche Farbreliefs der NASA

Unglaubliche 11,4 Millionen Lichtjahre entfernt – SDP 81

Die detailreichen Aufnahmen der Galaxie mit dem Namen SDP.81, deren Licht 11,4 Milliarden Jahre zur Erde braucht, waren nur dank des sogenannten Gravitationslinseneffekts möglich. Eine große Galaxie, die sich in einer Erdentfernung von etwa vier Milliarden Lichtjahren zwischen SDP.81 und ALMA befindet, agiert dabei als „Linse“: Sie krümmt das Licht der weiter entfernten Galaxie und erzeugt ein nahezu perfektes Beispiel des als Einsteinring bekannten Phänomen. Die rund 60 riesigen, verschiebbaren Parabol-Antennen des in 5.000 Metern Seehöhe installierten Teleskops ALMA agieren synchron, um dieses Licht als gigantisches virtuelles Teleskop zu sammeln. Die Fähigkeit des Teleskops, auch die feinsten Details wahrzunehmen, kann nur dann zur Gänze ausgenutzt werden, wenn die Antennen in ihrem größten Abstand angeordnet sind und bis zu 15 Kilometer voneinander entfernt sind. So konnte es Bilder mit einer Auflösung liefern, die bis zu sechsmal größer ist, als jene des Hubble-Weltraumteleskops. Die Bilder sind so scharf, dass Sternentstehungs-Klumpen bis zu einer Größe von nur 100 Lichtjahren beobachten können. Es ist das erste Mal, dass dieses Phänomen in solch einer enormen Entfernung beobachtet werden konnte.

http://www.almaobservatory.org/en/press-room/press-releases/834-gravity-aided-alma-maps-distant-monstrous-galaxy

Das Artensterben geht weiter

Es gibt Erfolgsgeschichten bei der Arterhaltung in Deutschland. Ob es der Storch ist, Kormoran, Graureiher, Eisvogel oder die Wiederansiedlung von Luchs und Biber, einwanderende und auch sich hier vermehrende Wölfe. Dies darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir bald ein Drittel unserer Arten schon verloren haben, bzw. sie demnächst verlieren werden. Wer etwas älter ist kann sich noch an Rebhuhn, Kiebitz oder Zauneidechse erinnern, die es früher auf oder an jedem Feld und jeder Wiese gab. Selbst solche „allerwelts“ Vögel, wie die gemeine Feldlerche hört man heute nur noch ganz selten, oder gar nicht mehr in den übertechnisierten und klinisch reinen Feldfluren. Schlimmer sieht es bei versteckt lebenden Arten aus, ob das seltene Insekten, wie Käfer oder Schmetterlinge sind, bestimmte Fledermausarten, Amphibien. Wo hört man heute noch Froschkonzerte, wer kennt noch den prächtigen Feuersalamander? Wann habt ihr das letzte mal einen Hirschkäfer gesehen? Es ist sehr traurig, aber wahr: unsere Welt wird jeden Tag artenärmer! Und das Schlimmste – es betrifft oft Arten, die noch gar nicht entdeckt und beschrieben waren. Dies vor allem in der Insektenwelt oder bei allem was im Meer lebt. Mittlerweile ist jede dritte Art in Deutschland bedroht und die Tendenz weiter steigend, denn täglich werden dutzende Hektar unseres relativ kleinen Landes zubetoniert, bebaut anderweitig versiegelt und durch immer neue Straßen weiter fragmentiert. Ich sehe auch kein Ende dieser Entwicklung, denn das leidige „Wachstum“ ist ja unser heiliger Popanz, der Gott dieser dekadenten Wegwerfgesellschaft. Unsere Kinder oder Enkel werden also definitiv in einer ärmeren Welt leben. Da nützen dann auch alle i-Phones und SUVs und tollen Legohäuschen in den lecker aufgeräumten Vorstädten nichts mehr…