Haubentaucher

20160218 Beegden WML Plas 013 Fuut, Great Crested Grebe, Haubentaucher, Podiceps cristatus

Heute hatte ich endlich mal Glück einen zu sehen, nachdem sich ja neulich schon der Zwergtaucher gezeigt hatte. Durch den strengen Frost kommen viele Vögel von den benachbarten Weihern und kleineren Seen zum  Main, da ihre Stammgewässer inzwischen alle von Eis bedeckt sind. Der Main friert nie zu – das höchste der Gefühle sind mal ein paar Eisschollen. Dafür sorgen schon die Frachtschiffe, aber auch das große Kraftwerk an der bayerischen Grenze bei Hanau…

(foto – Jac.Janssen)

Obamas letzte gute Tat

Mit der Begnadigung von Chelsea Manning, die in der Haft schon zweimal versucht hatte, sich das Leben zu nehmen, machte Barack Obama einen letzten, honorigen Schachzug, bevor morgen der böse Clown die Bühne betritt. Statt noch 30 Jahre im Knast zu schmoren, kommt die Whistle-Blowerin nun im Mai frei. Es hätte Obama allerdings gut angestanden, wenn er auch im Fall Edward Snowden Weisheit und Großmut hätte walten lassen. Denn Snowden hat den USA und ihren Verbündeten im Grunde einen großen Dienst erwiesen. Dass dies auch mit Peinlichkeiten für die Amerikaner verbunden war, ließ sich nun mal nicht vermeiden.

Snowden wäre von Honkong aus auch garantiert nicht zu den Russen geflüchtet, wenn man ihm damals einen fairen Ausweg offeriert hätte. Die Rolle Berlins in dieser Affäre ist ebenfalls keine Gute. Wir hätten Snowden aufnehmen können, sogar müssen – denn er sollte eigentlich vor dem Untersuchungs-Ausschuß zum Daten-Skandal mit den USA aussagen. Dies war aber wohl beiden Seiten, Washington und Berlin, eher unangenehm, wäre doch herausgekommen, was wir eh schon wissen: nämlich, dass der deutsche Verfassungschutz der NSA freiwillig Daten der eigenen Bürger überantwortet – die sind also auf „böse“ Spionage gar nicht angewiesen!

Mein Fazit von Obamas Präsidentschaft bleibt zwiespältig. Besonders übel nehme ich ihm die Ausweitung von Bushs schmutzigen Drohnen-Krieg, dies teilweise auch noch mit Operatern von deutschem Boden aus. Des weiteren ist ihm nicht gelungen, das schändliche Lager auf Kuba zu schließen. Dort schmoren immer noch Unschuldige seit jetzt über 15 Jahren gegen jedes Völkerrecht und auch entgegen Paragraphen der amerikanischen Verfassung, wie sogar von amerikanischen Richtern festgestellt!  Auch in der Ausspäh-Affäre gegenüber Deutschland und Frankreich machte Obama keine gute Figur (aber Schwamm drüber, spioniert wird immer, das wissen wir alle, macht ja der deutsche Geheimdienst auch…).

Trotzdem werden wir Barack Obama und seiner wunderbaren Gattin Michelle noch bittere Tränen hinterher weinen, denn der Stil im Weißen Haus war doch so anders, als unter Bush Junior oder jetzt sicher wieder unter einem Trampel Trump. Obama wat ein intellektueller Präsident, wie ihn die Vereinigten Staaten seit dem Krieg nicht hatten und sicher auch für lange Zeit nicht mehr haben werden. Selbst Kennedy sieht in der Rückschau neben ihm blass aus. Michelle war ihm als First Lady absolut ebenbürtig! Ich kann mich an keine First Lady erinnern, die so präsent war im täglichen Diskurs – und dies ging weit über rein repräsentative Dinge hinaus. Morgen wird ein bitterer Tag für die USA und die Welt. Ich hoffe, auch Trumps Wähler werden noch merken, dass sie einem üblen Blender aufgesessen sind…

Pink in Blue

Jellyfish - 2017

Jellyfish                                                                                       (foto – ludovick)

Rainer Maria Rilke

V E R G I S S

Vergiss und lass uns jetzt nur dieser Leben
Wie die Sterne durch geklärten Nachthimmel dringen
Wie der Mond die Gärten voll übersteigt

Wir fühlten längst schon
Wie es spiegelnder wird im Dunkel
Wie ein Schein entsteht
Ein weißer Schatten
In dem Glanz der Dunkelheit

Nun aber lass uns ganz hinübertreten
In die Welt hinein,
Die monden ist.

2016 erneut wärmstes Jahr

2016 war wieder das weltweit heißeste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Das geht aus Daten der US-Ozeanografie- und -Wetterbehörde NOAA sowie der Raumfahrtbehörde NASA hervor. Es war damit schon das dritte Jahr in Folge mit einem globalen Hitzerekord.

Der weltweite Temperaturdurchschnitt lag im vergangenen Jahr um 0,94 Grad Celsius über dem Mittelwert des 20. Jahrhunderts. Der Schnitt des Jahres 2015 wurde dabei nochmals um 0,07 Grad übertroffen. Ein Grad in nicht mal hundert Jahren ist verdammt viel und der weitere Anstieg potenziert sich zudem gerade.

Hauptursache für die beunruhigende Entwicklung ist nach wie vor der exorbitante Anstieg der Treibhausgasemissionen in den Industrie- und auch zunehmend den Schwellenländern. Es ist keine wirkliche Umkehr in der Klimapolitik zu erkennen, trotz aller wohlfeiler Lippenbekenntnisse auf irgendwelchen Kongressen.

Dass der neue US-Präsident zu den konsequenten Leugnern des Klimawandels zählt, sollte uns mit noch mehr Besorgnis erfüllen. Schon Obama tat im Prinzip zu wenig für die erneuerbaren Energien, unter Trump wird es wieder nur um Öl, Gas und Kohle gehen…